Für die 3,25 Millionen Mark teure Giftentsorgung auf dem ehemaligen Firmengelände am Wiesendamm soll nach Wünschen der Spandauer Kommunalpolitiker nicht das Bezirksamt, sondern der Senat zahlen. Auf dem Gelände hatte die Papier- und Recyclingfirma "Be-Pak Papier und Kartonagen GmbH" 1994 Faulschlamm, aluminiumbeschichtetes Papier sowie giftige Chemikalien hinterlassen. Der Betrieb hatte damals Konkurs angemeldet. Auf der kommenden Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 31. März werden die Verordneten voraussichtlich einer Empfehlung zustimmen, die der Ausschuß für Umwelt am Mittwoch beschlossen hatte.Es gelte zu verhindern, so die GAL-Verordnete Irene Wobring, "daß die Kosten am Bezirk hängenbleiben". Die Vorlage sei von allen Fraktionen gemeinsam formuliert worden. "Der Bezirk kann die nötigen Mittel dafür nicht aufbringen", so der Sprecher der SPD-Fraktion Helmut Zwirtz.Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) hatten bereits auf Kosten des Bezirksamts für 75 000 Mark 250 Kilogramm Schwefel, Salzsäure, Arsen und Ammoniaklösung von dem Grundstück entsorgt. Weitere 180 000 Mark wird es kosten, Transformatoren mit krebserregenden PCB-Rückständen zu entfernen. Drei Millionen Mark wird das Land nach Angaben des Umweltamtes ausgeben, um die Massen von aluminiumbeschichtetem Papier, die auf dem 70 000 Quadratmeter großen Areal zurückgelassen wurden, zu beseitigen.Die Senatsverwaltung für Umwelt und Stadtentwicklung ist der Ansicht, der Bezirk Spandau müsse die Räumungsarbeiten selbst finanzieren und anschließend versuchen, das Geld entweder bei der ehemaligen Firmenleitung einzufordern oder bei der Senatsverwaltung für Finanzen um Sondermittel bitten. Günther Bader, der damalige Eigentümer der Firma, kann nach Angaben von Rechtsamtleiter Jürgen Knebel nicht zahlen. Er hatte 1994 den Offenbarungseid geleistet und ist laut Konkursverwaltung mit Millionenbeträgen verschuldet.Wenn bei der für die Be-Pak verantwortlichen Person nichts zu holen sei, habe der Bezirk zwei Möglichkeiten, so Peter Ehren, Sprecher der Senatsumweltverwaltung. Er könne entweder an anderer Stelle Geld sparen oder der Finanzsenatorin klarmachen, daß ein neuer Betrieb auf dem bereinigten Gelände im Interesse der Stadt sei. Vor Jahren versuchte der Senat bereits das Gelände für 20 Millionen Mark zu verkaufen. Ein Interessent fand sich nicht. Nach Schätzungen müßte ein Investor sieben Millionen Mark für Sanierung der Gebäude aufbringen.