Leipzig. Seit Millionen Jahren ernährt sich die Wasserlinse von der natürlichen Verschmutzung in Gewässern. Für vier Tage stand sie jetzt im Rampenlicht der Leipziger Innovationsmesse. Die Firma BioAqua nutzt die Gefräßigkeit der kleinen "Wunderpflanze" als Alternative zur High-Tech-Abwasserbehandlung.Die BioAqua ist eine von 60 Berliner Firmen auf den Leipziger Frühjahrsmessen. Zum letzten Mal unter einem Dach auf dem alten Leipziger Messegelände vereint sind bis Sonnabend die Umweltmesse TerraTec, die Innovationsmesse und die Verpackungsmesse. Im Mittelpunkt der drei Fachschauen steht der Umweltschutz.Die auf der gefräßigen Wasserlinse (lat. Lemna) und einem patentierten Gittersystem beruhende Lemna-Kläranlage preist BioAqua-Bevollmächtigter Wolfgang Engel als kostengünstig und effektiv. Die Wasserpflanze - groß wie eine Reißzwecke - ernähre sich von umweltschädlichen Stickstoff-, Phosphor- und Schwefelverbindungen.Anders als BioAqua zeigt die Mehrheit der Berliner Aussteller Hochtechnologie im Dienste der Umwelt. Dazu gehören Elektrofahrzeuge der Manthey-Fahrzeugbau, Südwind-Windkraftanlagen oder die biotechnologischen Verfahren zur Boden- und Gewässersanierung von Biopract. Die Osa Elektronik weist den Weg mit energiesparenden, selbstleuchtenden Wegeleitsystemen.Gut ein Dutzend der ausstellenden Firmen wäre ohne öffentliche Fördermaßnahmen beispielsweise aus dem Programm "FIT 2001" auf keiner der Messen dabei. Die Firma LLA Umwelttechnische Analytik und Anlagen habe vor einigen Jahren noch vor der "Stunde Null" gestanden, sagt Geschäftsführer Hartmut Lucht. Unterstützt durch das Förderprogramm drängt sie jetzt mit Prozeßanalytik für Recyclingverfahren und Meßtechnik zur Erfassung von Schadstoffen erfolgreich in Marktnischen.Ähnlich erging es der Treptower Aucoteam Ingenieurgesellschaft, die sich jetzt auf den Gebieten Umwelttechnik, Automation und Computeranwendung behauptet. Wie viele Berliner Aussteller sieht Edgar Klose, Geschäftsführer der Forschungs- und Entwicklungs-GmbH BioQuant die Leipziger Frühjahrsmessen als wichtigen Ort, um "mit Kunden Kontakt zu bekommen" und "Prototypen" vorzustellen.Staatssekretär Hans Kremendahl kam anläßlich einer Visite bei den Berliner Ausstellern zum selben Ergebnis: Leipzig müsse als wichtigster Messeplatz in Ostdeutschland - und dazu gehöre schließlich auch Berlin - erhalten bleiben. +++