HELLERSDORF Das 3. Afro-Lateinamerikanische Open Air Festival lockte am Sonnabend hunderte Besucher zur Villa Pelikan. Vier Gruppen traten auf, doch der Star war Victor L. Cruz mit seinem uralten Kontrabaß.Der 88jährige, der seit 20 Jahren in Berlin lebt und den alle Fans nur Vitico nennen, hatte schon im vorigen Jahr die Hellersdorfer Zuhörer mit traditioneller kubanischer Musik begeistert. Diesmal kam er geradewegs von CD-Aufnahmen, erklomm die kleine Bühne im Park der Villa Pelikan und sorgte dafür, daß das Publikum in Stimmung kam. Karibisches Flair hatten die Veranstalter des Festivals - der Verein Pelikan und die Jugendförderung im Bezirksamt - versprochen. Das Wetter konnten sie damit nicht gemeint haben. Doch von den gelegentlichen Schauern ließen sich die Besucher nicht sonderlich stören. Für die Kleinen gab es Kurzweil mit Spiel, Bastelei und abendlichem Lagerfeuer. Die größeren Gäste begutachteten afrikanische Kunst und Schmuckwaren. Und wer mal auf Bratwurst und Kuchen verzichten wollte, konnte afrikanische Speisen und karibische Getränke probieren. Davon gab es reichlich."Über die Musik und mit dem Drumherum wollen wir den Kontakt zu den ausländischen Mitbürgern herstellen", sagte Christiane Winzer von Verein Pelikan über das Anliegen der Konzerte. Ziel sei es gewesen, diesmal ganze Familien anzusprechen. Gewöhnlich richtet die Villa Pelikan, die 38 verschiedene Kurse organisiert, ihre Angebote an Kinder und Jugendliche.Den Zuhörern fast jeden Alters, von denen nicht wenige aus anderen Bezirken kamen, gefielen die unterschiedlichen Klänge. Ein buntes Treiben herrschte während des sechsstündigen Programms rund um die Bühne. Von dort erklangen die zumeist temperamentvollen Töne.So bot das lateinamerikanische Trio Palmera eine Mischung aus kolumbianischen Rhythmen. Musiker aus Kuba, Kolumbien, Argentinien, Deutschland und der Dominikanischen Republik präsentierten mit ihrer Gruppe Pambiche Merengue. Dieser temperamentvolle Tanz, der Elemente der afrikanischen und der karibischen Kultur in sich vereint, wurde zu einem der verbreitetsten Tänze Lateinamerikas. Traditionelle Rumba-Musik spielte das kubanische Quartett Guaracheros. Und ihre außerordentliche Vielfalt bewiesen die Musiker der Banda Caribe: von melodischen Arrangements der Salsa über swingende Klänge des Mambo bis hin zu Improvisationen des Latin Jazz. +++