Ab Juli wird das Grundstück an die Berlin British School vermietet: Kindergarten am Postfenn schließt

Der Kindergarten am Postfenn an der Havelchaussee wird geschlossen. Der bisherige Mieter, der Verein zur Förderung der Waldorfschule Berlin Südost, hat den Vertrag zum 30. Juni gekündigt. Jugendstadträtin Brigitte Safadi (CDU) will das Gebäude ab Juli an die Berlin British School vermieten. "Diese Privatschule will einen Teil ihres Unterrichts dorthin verlagern, weil sie expandieren wird und weitere Räume braucht", sagt Safadi. "Die Berlin British School hat ein vernünftiges Nutzungs- und Finanzierungskonzept vorgelegt."An dem Kindergarten ist ein zweiter Bewerber interessiert. Der Verein Postfenn e.V. (i.Gr.), ein Zusammenschluß von Eltern, deren Kinder den Kindergarten zur Zeit besuchen, möchte den bestehenden Mietvertrag gerne übernehmen. "Nach einer von den Eltern organisierten Werbeaktion liegen für die Zeit nach den Sommerferien bereits 55 neue Anmeldungen vor", sagt Vereinsvorsitzende Ina Schott. Zur Zeit werde der Kindergarten von 14 Kindern besucht. Der Dachverband der Waldorfkindergärten "Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V." habe die Finanzierung des Kindergartenbetriebes zugesagt, sagt Schott. "Der Kindergarten am Postfenn ist einzigartig", sagt Schott. Hier könnten Großstadtkinder Natur erleben und im Wald spielen. Darum müsse der Kindergarten unbedingt erhalten werden, so Schott.Stadträtin Safadi sieht die Finanzierung des Kindergartens durch die Elterninitiative als nicht gewährleistet an. "Der Kindergarten erhält keine öffentlichen Zuschüsse", sagt Safadi. Ihr liege kein schlüssiges Finanzierungskonzept der Elterninitiative vor, sagt Safadi.Am 24. Juni erhalten beide Bewerber die Gelegenheit, den Jugendhilfeausschuß über ihre Konzepte zu informieren, sagt Safadi. "Vor diesem Termin wird kein Vertrag mit einem der Bewerber unterschrieben." Bei der Entscheidung über den neuen Mieter habe der Jugendhilfeausschuß jedoch kein Mitspracherecht, weil das Gebäude nicht "Bestandteil der bezirklichen Jugendhilfeplanung" sei. "Wir haben in Wilmersdorf keinen Bedarf an weiteren Kitaplätzen", sagt Safadi. "Nach der Schließung stehen für die Kinder aus dem Kindergarten am Postfenn Plätze in anderen Kitas zur Verfügung."Bündnis 90/Die Grünen und die SPD hatten auf der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung beantragt, den Trägerwechsel vorerst zu stoppen, damit sich der Jugendhilfeausschuß mit der Angelegenheit unverzüglich befassen könne. Dieser Antrag wurde von der CDU-Mehrheit abgelehnt.Peter Ottenberg, jugendhilfepolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, hält die Vorgehensweise der Stadträtin für bedenklich. "Über die zukünftige Trägerschaft sollte eine demokratische Entscheidung getroffen werden", sagt Ottenberg.