Seine Partei hat ihn bei der Senatorenkür durchfallen lassen. Jetzt steigt der ehemalige Bausenator Wolfgang Nagel (SPD) in die Immobilienbranche ein. Wie einst der Ex-Regierende Walter Momper (SPD).Mit Wirkung vom 1. Mai übernimmt der 51jährige Wolfgang Nagel die Position eines Kaufmännischen Geschäftsführers bei der Bredero Projekt Gruppe Berlin. Die Gesellschaft gehört zur Fundus-Gruppe, die als eines der führenden Immobilienunternehmen Deutschlands gilt. Fundus betreut in Deutschland Wohn- und Gewerbeimmobilien mit einem Investitionsvolumen von 3,4 Milliarden Mark und erwirtschaftet jährlich Mieteinnahmen von rund 150 Millionen Mark.In Berlin ist das Unternehmen schon lange ein Begriff. Hier verwirklicht es Projekte wie das Hotel Adlon am Pariser Platz, das Quartier 206 der Friedrichstadtpassagen und das Einkaufszentrum "Forum Köpenick". Weitere Projekte sind das "Spreebogen Plaza" in Charlottenburg, das "Plaza Frankfurter Allee" in Friedrichshain sowie die "Pyramide" in Marzahn.In seiner neuen Funktion werde er so etwas wie der "Berliner Statthalter" von Fundus-Hauptgesellschafter Anno August Jagdfeld sein, sagt Nagel. Rund zehn Angebote hat der Ex-Bausenator in den letzten Wochen bekommen. Für Fundus entschied er sich wegen der "Unternehmerpersönlichkeit Jagdfeld", der an die Zukunft Berlins glaube. In einem Crashkurs lernt der Ex-Senator jetzt das Unternehmen kennen. Seinen Sitz im Abgeordnetenhaus will Nagel, der von 1989 bis 1996 Bausenator war, auch künftig behalten und sich dort in der Kulturpolitik engagieren. Ob die SPD Nagel den Eintritt in die Immobilienbranche übelnehmen wird, wie einst bei Walter Momper, wird sich zeigen. Nagel jedenfalls steht zu seinem neuen Job und sagt forsch, seine Partei müsse begreifen, daß es nicht nur Lehrer und Sozialarbeiter geben kann. +++