Die landeseigene Gewerbesiedlungsgesellschaft (GSG) bekommt einen neuen Eigentümer. Das Abgeordnetenhaus hat in der Nacht zum Freitag dem Verkauf der GSG an ein Joint Venture aus dem Immobilienunternehmen Orco Property Group (Luxemburg) und einem von der Investmentbank Morgen Stanley (New York) verwalteten Fonds zugestimmt. Die Käufer zahlen 308 Millionen Euro und übernehmen die 99 Millionen Euro Schulden, sagte am Freitag der Geschäftsführer von Orco Deutschland, Rainer Bormann.Die GSG besitzt 44 Gewerbehöfe mit einer vermietbaren Fläche von 800 000 Quadratmetern, viele davon in Kreuzberg. Aufgabe der GSG war es bislang, günstige Gewerbeflächen für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung zu stellen: zu den 1 200 Mietern gehören Druckereien, Schreinereien, Buchbinder und Werbeagenturen. Die Mieten betragen zwischen drei Euro und 9,50 Euro pro Quadratmeter. 35 Prozent der Flächen stehen leer. Orco-Chef Bormann sagte, Ziel sei es, die Mieter zu halten und den Leerstand in den nächsten drei Jahren um zehn Prozent abzubauen. Neue Mieter will Orco durch die wirtschaftliche Förderung und Beratung von jungen Unternehmen gewinnen. Fünf Millionen Euro stehen dafür bereit. Der gleiche Betrag soll zur Unterstützung jetziger GSG-Mieter eingesetzt werden.Die neuen Eigentümer haben sich verpflichtet, die Verträge der jetzigen Mieter beim Auslaufen zu den alten Konditionen zu verlängern oder ihnen die Mietflächen zu Konditionen anzubieten, die zehn Prozent billiger als vergleichbare Mieten im Bezirk sind. Beim Verkauf von Gewerbehöfen sind diese erst den Mietern zum Kauf anzubieten. Die GSG-Mitarbeiter sind bis 30. Juni 2009 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Eine Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohn-Lofts sei nicht geplant, sagte Bormann. Vertraglich ist eine Umwandlung für fünf Jahre ausgeschlossen, es sei denn, die Flächen stehen zwei Jahre leer. (ulp.)