TREPTOW Bummeln, Verschnaufen, Essen und Einkaufen - in einem Jahr wird das alles in den Marktpassagen zwischen Florian-Geyer- und Dörpfeldstraße möglich sein. Gestern erhielt der Investor für das 45-Millionen-Projekt die Baugenehmigung.So wie der Adlershoferin Petra Hännig geht es derzeit vielen in dem Ortsteil. "Das Einkaufen macht einfach keinen Spaß", bringt die 38jährige die Sache auf den Punkt. Es gebe an der Dörpfeldstraße nur einen Schuhladen, dafür aber zahlreiche Boutiquen, drei Apotheker, drei Optiker und fünf Friseure. "Wir brauchen hier endlich ein richtiges Kaufhaus", sagt auch Malermeister Werner Teske vom Farben- und Tapetengeschäft.Dieser Wunsch geht im kommenden Jahr in Erfüllung. Die Schulze Baugesellschaft mbH errichtet auf einem rund 13 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Florian-Geyer- und Dörpfeldstraße ein Einkaufszentrum. Mehr als 30 Einzelhandelsgeschäfte werden in dem Neubau untergebracht. "Ungefähr 90 Prozent der Flächen sind bereits vermietet", berichtet Jürgen Schulze von der Schulze Baugesellschaft mbH. Die Quadratmeterpreise liegen zwischen 27,50 und 30,35 Mark.In dem Zentrum gibt es unter anderem Drogerieartikel, Haushaltswaren, Blumen, Möbel, Schuhe und Sportartikel zu kaufen. Auch eine Buchhandlung, ein Microcomputergeschäft sowie ein italienisches Eiscafe und eine Pizzeria ziehen ein.Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD) hält diesen Branchenmix für eine gelungene Mischung. Und er ist sich sicher, daß die in der Dörpfeldstraße ansässigen Gewerbetreibenden von dem zu erwarteten Kundenstrom der Passage profitieren werden.Den Entwurf für das neue Einkaufszentrum entwickelte die Untermann & Partner Planungs GmbH. Sie ging als Sieger aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervor. Die Idee: einen Einkaufs- und Kommunikationspunkt für den Ortsteil zu schaffen. So schließt sich der Haupteingang an den jetzt vorhandenen Markt an. Das Zentrum an sich ist quadratisch. Die Mitte krönt eine Glaskuppel mit einem Durchmesser von zehn Metern. Von dort aus gehen strahlenförmig drei Passagen mit je 60 Meter Länge ab. Alle drei Etagen werden mit viel Glas gestaltet. Wasserspiele und Grün laden zum Verweilen ein.Außerdem gibt es 178 Fahrradabstell- und 156 Autoparkplätze in einer Tiefgarage. Das Besondere: Jeder Kunde kann eineinhalb Stunden kostenlos seinen fahrbaren Untersatz abstellen. Wird länger geparkt, muß bezahlt werden. Im Januar rücken zunächst die Abrißbagger in der Florian-Geyer-Straße an. Zahlreiche Produktions- und Lagerhallen der ehemaligen Kabelwerke müssen vor dem Baubeginn abgetragen werden. Zwei Klinkerbauten bleiben erhalten - eine Behindertenwerkstatt und eine Diamantschleiferei. +++