BERLIN. "Geiz macht krank" heißt die Kampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gegen die Gesundheitsreform. Getreu diesem Motto sind die Ärzte gar nicht geizig, sondern sogar ziemlich großzügig. 30 Euro, Auszahlung direkt vor Ort, für einen "easy Job" offerierte eine Stellenbörse für eine "Aktion im Gesundheitsbereich". Es gehe darum, sich eine Stunde lang mit einer Stange auf den Schultern als Menschenkette für eine Presse- und Fernsehaktion zu platzieren. "Es wird sicherlich sehr lustig und interessant."Beobachter der KBV-Aktion am letzten Donnerstag vor dem Reichstag wunderten sich über die vielen sehr jungen Männer, die dort als lebende Kittelhaken fungierten. Ärzte, so jung? Bei der SPD wurde man auf die Jobanzeige aufmerksam. Schnell machte das Wort von "Mietdemonstranten" die Runde.Alles falsch, sagt die KBV. Zwar seien 170 Personen eingesetzt worden, die über einen Dienstleister engagiert wurden. Es habe sich aber mitnichten um eine Demonstration gehandelt, sondern um eine "PR-Kampagne", so KBV-Chef Andreas Köhler. Die vielen Ärzte-Demos der vergangenen Wochen also nur ein PR-Gag? Irgendwie beruhigend.Nachtrag: Nach Angaben der Versammlungsbehörde der Polizei handelte es sich nicht um eine PR-Aktion. "Das war ganz klar als eine politische Kundgebung angemeldet", sagte Polizeisprecher Uwe Kozelnik. Günstig für die KBV, denn damit schaffte sie es vor den Reichstag. Und umsonst war's außerdem. PR-Aktionen bedürfen dagegen einer Sondernutzungserlaubnis für öffentliches Straßenland. Und die ist bei den Bezirksämtern nur gegen Verwaltungsgebühr zu bekommen.------------------------------Foto: Aktion gegen die Auswirkungen der geplanten Gesundheitsreform: Am Donnerstag bildeten gemietete Demonstranten den Schriftzug "Geiz macht krank" vor dem Reichstag.