ROM, im September. "Kennen wir uns?" Der Mann am anderen Ende der Leitung scheint mißtrauisch und nicht gewillt, mit jedem zu reden. In seinem chilenischen Trainingsort Valle Nevado läßt sich Italiens Skistar Alberto Tomba jedenfalls auf eines nicht gerne ansprechen ­ auf die gegen ihn laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bologna. "Immer die Journalisten: sterben fünf Leute, schreibt ihr von zehn oder zwanzig", ist die Antwort für den Anrufer aus Rom. Im übrigen wisse er von nichts, sagt Tomba und verweist auf seinen Vater. Auch Franco Tomba zählt zum Kreis der elf Personen, gegen die der Staatsanwalt zu ermitteln entschlossen ist.Im Ausland kassiert Drei Monate lang durchwühlten die Juristen jene Papierberge, die sie im Juni im Hause Tombas in Castel de· Britti beschlagnahmt hatten. Alles war säuberlich geordnet, erinnern sich die Juristen. Die Tombas fühlten sich entweder sicher oder frei von Schuld. Die Papiere führten die Fahnder rasch in ein verschachteltes System von Konten und Briefkastenfirmen, die zwecks "Steuerschonung" in diversen Steuerparadiesen der Welt errichtet worden waren. Der 30jährige Skiathlet, der über eine außergewöhnlich große Zahl persönlicher Sponsoren verfügt,¤? üSchablinski,Barbara^4þï0 ÿÿ¶)d soll die Löhnung fürsolch zugkräftige Werbung im Ausland kassiert haben: 15 Millionen Mark in den Jahren 1989 bis 1995, behaupten die Ermittler.Sollten sie recht behalten, wäre das ein teurer Spaß, selbst für einen gutsituierten Mann wie Alberto Tomba. Einerseits hätte La Bomba die hinterzogene Summe nachzuzahlen ­ dazu noch das Zwei- bis Sechsfache des geschuldeten Betrags als Strafe: insgesamt etwa zehn bis dreißig Millionen Mark. Das könnte selbst den Schwerverdiener Tomba hart treffen.vom zweifachen bis zum sechsfachen des geschuldeten Betrags geht Noch leugnen alle Beteiligten. Die Teigwarenfirma Barilla etwa betont, ihr liege am guten Ruf mehr als an ein paar gesparten Millionen, und Marco Zanotti, der Familienverteidiger der Tombas, nennt die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft "Phantastereien". Der Slalommeister selber scheint sich für eine Verteidigungslinie entschieden zu haben, die sich schon bei Steffi Graf bewährt hat: "