Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es außergewöhnlich, dass ein Siebenjähriger sehr gut Schach spielen konnte.Dieses Wunder vollbrachte der Russe Alexander Petrow (1794-1867). In St. Petersburg besiegte er die führenden Schachmeister des Zarenreiches im Alter von 15 Jahren. Er blieb bis zu seinem Tode der beste Schachspieler Russlands. Alexander Petrow genoss den Ruf des vorzüglichen Theoretikers. Von ihm erschien 1824 "Das Schachspiel, systematisch geordnet unter Hinzufügung der Partien Philidors und Kommentaren zu diesen". Dieses Buch widmete er seinem jungen Freund, dem Dichter Alexander Puschkin.Wegen seiner enormen Spielstärke erhielt Petrow den Beinamen "Philidor des Nordens". An der Universität von St. Petersburg lehrte Alexander Petrow als Professor für Maschinenbau. 1840 ging er als hoher Beamter der zaristischen Verwaltung für das russisch besetzte Polen nach Warschau. Dort stieg er bis zum Staatsrat auf und wurde geadelt.Petrows ganze Liebe aber galt dem Schach. In der Eröffnungs- und Endspieltheorie beeinflusste der Russe die Entwicklung des Schachs weltweit. Er verhalf der "Russischen Verteidigung" 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 zu großer Popularität. Sein literarisches Talent unterstrich er in den Erzählungen "Aus dem Leben von Schachspielern".Welchen Kosmos sein schachliches Denken umspannte, bewies er auch als Pionier der Schachkomposition.A. HOFFMAN - A. PETROWWarschau 18441.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.c3 Sf6 5.d4 e:d4 6.e5 Se4 7.Ld5 S:f2 8.K:f2 d:c3+ 9.Kg3 c:b2 10.L:b2 Se7 11.Sg5 S:d5 12.S:f712... 0-0!! 13.S:d8 Lf2+ 14.Kh3 d6+ 15.e6 Sf4+ 16.Kg4 S:e6 17.g3 Sd4+ 18.Se6 L:e6+ 19.Kh4 Sf5+ 20.Kh3 Se3+ 21.Kh4 Sg2+ 22.Kh5 g6+ 23.Kh6 Le3 matt 0-1 Paul Werner Wagner