Herr Kachelmann, wie wird der Sommer?Ach wissen Sie, kein Mensch kann voraussagen, wie der Sommer wird. Wer etwas Anderes behauptet, betreibt üble Scharlatanerie. Langzeit-Vorhersagen sind genauso unzuverlässig wie der Hundertjährige Kalender. Das ist alles Blödsinn. Und die Zeitungen machen das in Deutschland ständig mit. In anderen Ländern wäre das undenkbar. Ich warte nur, bis endlich mal einer darauf kommt, so eine Vorhersage mit der Wirklichkeit zu vergleichen.Wie lange im Voraus lässt sich denn das Wetter vorhersagen?Fünf bis sieben Tage. Dann ist Ende der Fahnenstange. Für herkömmliche Wetterdienste manchmal schon früher. Es gibt sicher Wetterlagen, etwa ein ganz stabiles Winterhoch über Mitteleuropa und das nächste Tief bei Neufundland und über Moskau, da kann man auch mal sagen, es passiert in den nächsten zehn Tagen nicht groß was. Aber das ist die Ausnahme. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der Wettervorhersage sinkt von Tag zu Tag relativ dramatisch. Am vierten, fünften Tag ist man nur noch bei 60 Prozent. Also man muss wirklich realistisch sein. Deswegen legen wir bei den Vorhersagen das Gewicht auf die kommenden 24 bis 36 Stunden. Dort die Abweichung ortsgenau unter einem Grad zu halten, ist unser Ehrgeiz.Vor dem Orkan Anna hat Ihre private Firma Meteomedia gewarnt, der staatliche Deutsche Wetterdienst DWD aber nicht. Wie kann so etwas passieren?Das liegt an den verschiedenen Computermodellen, die wir benutzen. Es gibt ein deutsches, französisches, englisches und amerikanisches Zentrum für mittelfristige Vorhersagen, die entwerfen ihre eigenen Modelle. Der DWD stützt sich oft nur auf das deutsche Modell, wir benutzen alle Modelle gleichberechtigt. Wir können frei sagen, die Franzosen und Engländer warnen vor einem Orkan, das scheint uns glaubwürdig, also machen wir für morgen Orkan.Nach dem verpassten Sturm hagelte es Kritik am DWD. Der Pressesprecher verlor seine Stelle. Die ARD kündigte den Vertrag mit dem staatlichen Wetterdienst. Neben dem Morgenmagazin und dem Wetter im Ersten moderieren Sie von der kommenden Woche an nun auch das Wetter in den Tagesthemen. Welchen Anspruch haben Sie an eine Wettervorhersage?Dass sie stimmt.Und wie wird sie möglichst genau?Wer lokal vorhersagen will, muss lokal messen. Vor 100 Jahren gab es zehnmal mehr Wetterstationen in Deutschland als heute, und man hatte damals viel mehr lokales Wissen. Diese Zeitmaschine, die drehen wir jetzt wieder zurück, indem wir ständig neue Wetterstationen gründen. So können wir die groben Computermodelle mit lokalen Daten ergänzen.Wie viele Stationen sind es inzwischen?Genau 400.Gehören die alle zu Ihrer Firma?Was die Daten betrifft, ja. Wir freuen uns darüber, dass wir ein dichteres Netz haben und dadurch bessere Wettervorhersagen machen können. Und das wird von Orten und von Firmen finanziert, die dadurch dann einfach auf die Wetterkarte kommen. Orte wie Gröbers kommen sonst halt nicht im Wetter vor. Das ist einfach für beide Seiten eine idealistische Angelegenheit.Welche Stationen kennen Sie persönlich?Alle. Ich weihe in der Regel jede Woche zwei Wetterstationen ein. Das mache ich immer selbst, weil ich überprüfen will, ob alles seine Richtigkeit hat.Haben Sie eine Lieblingsstation?Ein paar, zum Beispiel Morgenröthe-Rautenkranz in der Lausitz.Das ist der Geburtsort von Kosmonaut Sigmund Jähn.Die offizielle Bezeichnung heißt Fliegerkosmonaut der DDR, das war die Ehrenbezeichnung, die auch Waleri Bykowski aus der Sowjetunion bekommen hat, der damals mit Jähn geflogen ist. In Morgenröthe-Rautenkranz gibt es ein sehr schönes Museum mit einer Rakete.Kennen Sie Sigmund Jähn persönlich?Ich habe die Ehre gehabt, mit den sowjetischen Genossen und auch dem Genossen Sigmund Jähn einen Abend in einer nahe gelegenen Hütte in Carlsfeld verbringen zu dürfen. Unter Einnahme von Alkoholika, wie ich sie beim Menschen noch nie erlebt habe. Erstaunlich, wozu die russisch-deutsche Freundschaft noch immer in der Lage ist.Haben Sie mitgehalten?Ich habe versucht, nicht weiter aufzufallen.Noch mal zum Wetter, was ist besonderes an Morgenröthe-Rautenkranz?Die Kälte. Der Rentner Heinrich Glöckner hat mir damals geschrieben, dort sei es immer viel kälter als vorhergesagt. Da haben wir gesagt, o. k. , dann lass uns die Konsequenzen ziehen. So haben wir am Bahnhof von Morgenröthe-Rautenkranz eine Wetterstation gegründet. Der Ort liegt nur 616 Meter hoch, aber die kommen im Winter unter minus 40 Grad. Das ist ganz ungewöhnlich.Ist das Rekord?Nein, minus 55 Grad sind in Deutschland möglich.Ihre DDR-Kenntnisse sind ganz erstaunlich.Ich bin ja nebenberuflich Fernfahrer. Durch die vielen Einweihungen von neuen Wetterstationen fahre ich jedes Jahr zehntausende Kilometer übers Land und sehe schon unterwegs tierisch viele Sachen. Und wo immer ich eine Station einweihe, weiß ich, was dort so passiert ist. Es ist schon eines unserer Erfolgsgeheimnisse, dass wir wissen, dass der Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn in Morgenröthe-Rautenkranz seinen Ursprung hat, Frida Hockauf in Zittau im September 1959 sagte, 45 Meter Stoff über den Plan hinaus .. so wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben.. oder dass wir das Rennsteiglied kennen. Und wenn wir demnächst in Guben eine Wetterstation errichten, wird selbstverständlich Präsident Wilhelm Pieck kurz Erwähnung finden.Letzte Prüfung: Wer hat das Rennsteiglied geschrieben?Roth.Vorname?Herbert?Phänomenal.Es war eben nicht alles schlecht. Ich bin auch in der Theorie bewandert. Kennen Sie "Weltall, Erde, Mensch" und diese Sachen?Natürlich. Das war das Jugendweihe-Buch.Ich hab s gelesen. Denn das hat etwas mit Gleichberechtigung zu tun. Die Menschen im Osten wissen genau, wer Herbert Wehner war. Und ich finde es dann immer peinlich, wenn Westmenschen rüberkommen, die überhaupt keine Ahnung von der Kultur und Geschichte vor der Wende haben.Ist das auch relevant für die direkte Arbeit?Nach der Wende sollten wir das Wetter für die Super-Zeitung machen, die es damals noch gab. Eine Wetterkarte mit den Umrissen der DDR, mit allen lokalen Details. Sobald ich wusste, dass wir das machen würden, habe ich in Potsdam beim Wetteramt die ganze Bibliothek leer gekauft mit sämtlichen DDR-Büchern. Die haben wir jetzt alle. Und damit wir die Diktion sauber hinkriegen, sämtliche Staatsbürgerkundebücher gleich mit. Wir wussten dann, dass es Abendbrot heißt und nicht anders.Und wenn Sie das MDR-Wetter machen, Freundschaft und Mahlzeit zur Begrüßung.Ja, und bei Riverboat Freundschaft, Guten Abend und herzlich willkommen. Da hat sich noch niemand drüber beklagt.Im deutschen Fernsehen sorgten Sie Anfang der neunziger Jahre mit Ihrer lockeren Moderation des Wetters für Aufsehen. Was meinen Sie, ist das ein Teil Ihres Erfolgs?Ich habe auch das große Latinum. Wenn ich will, kann ich tierisch vornehm sein und den humanistischen Zampano raushängen lassen. Aber gleichzeitig entstamme ich einer Eisenbahnerfamilie. Und in Eisenbahnerhaushalten, da wird so geredet, wie geredet wird. Mein Vater hat manchmal gesagt, "es schifft", er hat schon mal gesagt, "es seicht". Von daher ist für mich "schifft" schon mal die vornehmere Version. Am häufigsten haben mein seliger Vater und ich jedoch gesagt, es regnet.Dennoch schütteln Ihre Meteorologen-Kollegen den Kopf, wenn es "schifft" oder "Blumenkohlwolken" am Himmel vorüberziehen.Zunächst: Die "Blumenkohlwolken" gibt es kaum noch. Wir sind in unserer Sprache sehr sachlich geworden, alles andere ist ein Vorurteil. Wir haben ein bisschen eine Entwicklung gemacht wie RTL. Am Anfang haben wir Tuttifrutti gemacht und dann sind wir immer seriöser geworden. Wir machen nicht ein Prozent Show oder irgendwas, es ist einfach ein ganz rigider Wetterbericht in allen Sendern. Nur, wie man bei RTL immer noch das Gefühl hat, es sei Tuttifrutti drin, hat man bei uns immer noch den Eindruck: Blumenkohlwolke. Es gibt bei mir keinen Blumenkohl, schon ewig nicht mehr.Es schifft auch nicht mehr?Manchmal ja. Dreimal im Jahr, wenn es wirklich tierisch regnet, dann schifft es auch, aber da schifft es dann vor allem im SWR, also dann angepasst. Das Komische ist doch, dass die anderen Meteorologen, die Studierten, doch eigentlich auch ganz anders sprechen. Wenn Mutti anruft im Büro und fragt, wie wird denn das Wetter, sagen die einfach "es regnet". Aber plötzlich ist eine Kamera da, dann sagen die nicht mehr "Morgen wird es kälter", sondern es heißt "Temperaturrückgang". Dann frag ich mich immer, wohin geht sie denn zurück, die Temperatur? So spricht doch niemand; in der Sprache einer Geheimwissenschaft, Niederschläge, Temperaturrückgang, diese ganze Substantivierungswelt. Und dann kommt einer und sagt einfach "morgen wird es kälter". Das ist keine Show, die Leute haben gemerkt, dass wir genauso reden wie sie. Aber nur, weil es vorher "Temperaturrückgang" gab, war das alles plötzlich ein revolutionärer Vorgang.Arbeiten Sie mit Teleprompter, aus dem Sie ablesen?Nein, wir sind die letzten Mohikaner, die alles frei nach Schnauze machen.Wann haben Sie eigentlich begonnen, sich für das Wetter zu interessieren?Wir waren mit den Eltern jedes Wochenende und die Sommerferien vom ersten bis zum letzten Tag mit dem Boot auf dem Bodensee, erst mit dem Schlauchboot und später mit dem Segelboot. Und weil wir sparen mussten, haben wir kaum in den Häfen übernachtet, sondern draußen Anker geworfen. Es war oft stürmisch und die spannende Frage war immer, ob der Anker halten wird. Es war ein relativ kleines Segelboot, da hockte man sehr eng aufeinander. Kinder, wenn sie gut funktionieren, entwickeln dann die Fähigkeit, sich irgendwas zu überlegen, um sich zu beschäftigen. Ich habe einfach angefangen, das Wetter aufzuschreiben, weil das oft sehr spannend war. Es wurde schwarz im Westen, die Sturmwarnungen begannen zu blinken, der See schäumte. Es hat mich nie mehr losgelassen, und mit zehn Jahren wusste ich schon, dass ich Meteorologe werden wollte. Meine Eltern waren zufrieden. Gut, wenn der Bub mit zehn weiß, dass er was Anständiges lernen will.Wann kam Ihr erster Wetterbericht im Fernsehen?Vor fast 20 Jahren. Als Soldat der Schweizer Armee.Sie haben gedient?Ja, meine Fernsehkarriere beruht auf der Tatsache, dass es eine Schweizer Armee gibt. Ich wurde so genannter Wettersoldat mit einer Schneeflocke auf dem Revers. In den achtziger Jahren gab es in der Schweiz ein Manöver, das hieß Dreizack. So etwas ist eigentlich nur in der Schweiz möglich: Dieses Manöver Dreizack machte ein Manöverfernsehen, und das wurde auch gesendet - von morgens um vier bis morgens um sechs Uhr im Schweizer Fernsehen. Die haben dort ganz normal Nachrichten gemacht und brauchten auch einen Wetterfuzzy. Sie haben mich ausgeliehen aus der Fliegerkompanie, um einen Wetterbericht zu machen. Ich habe irgendwie mein Satellitenbild aufgestellt, alles selber gemacht und hatte meinen ersten legendären Auftritt morgens um fünf im Schweizer Fernsehen, in Uniform.Wurden Sie entdeckt?Ja, das Schweizer Fernsehen hat mir am selben Tag noch ein Angebot gemacht, zum Fernsehen zu kommen.Ist Ihre militärische Karriere inzwischen beendet?Ich bin immer noch Reservist. Das ist in der Schweiz so üblich. Ich habe zu Hause immer noch eine Pistole zur Selbstverteidigung. Unlängst war ich sogar wieder mal eine Woche im Manöver.Wie war s?Ich war wieder Wettersoldat, in der Abteilung Presse- und Funkspruch. Wir sind irgendwo an einem geheimen Ort in den Schweizer Bergen. Wenn jetzt zum Beispiel der Jumbo, was ja eine Zeit lang wahrscheinlich erschien, auf ein süddeutsches Kernkraftwerk stürzen würde, und es ist Nordwind, dann ist die Schweiz danach relativ unbewohnbar. Das wäre für die Schweiz ziemlich unpraktisch. Alle gehen in ihre Bunker, die haben wir Schweizer ja alle, und wir machen dann Fernsehen für die Leute. Dafür ist die Abteilung Presse- und Funkspruch da. Ich nehme an, wir würden so lange Fernsehen machen, bis keine Zuschauerpost mehr kommt.Sind Sie Patriot?Klar. Für die Firma habe ich neulich schon einen neuen Satz Fahnen gekauft.Sind Sie eigentlich so ein richtiger Schweizer?Im Prinzip ja.Von Geburt an?Das ist eine Frage, die verblüffend selten gestellt wird. Ich habe einen Schweizer Pass. Mein Vater war Eisenbahner. Mein Vater war bei der Deutschen Bundesbahn. Und ist immer an der Schweizer Grenze entlang versetzt worden. Zuerst Weil am Rhein, dann Waldshut, dann eben Schaffhausen in der Schweiz. Es gibt auch deutsche Bahnhöfe in Schweizer Orten. Und dort in Schaffhausen war ich schon mit vier. Das heißt, ich habe eigentlich als Kind nie was Anderes erlebt als die Schweiz, Schule, Kumpels. Irgendwann war es dann für mich ganz normal, Schweizer zu werden, ich fand es auch ganz o. k.Ihr Vater war Deutscher?Wenn Sie es jetzt blut- und bodentechnisch sehen, dann bin ich Deutscher, meine Mutter ist aus Ostpreußen, mein Vater ist in Franken geboren, ist aber auch in der Schweiz aufgewachsen. Ich habe einfach immer nur Schweiz erlebt. Fußballmäßig würde ich auch immer der Schweiz helfen. Und ich bin sehr stolz, dass die Schweiz jetzt der Uno beitreten möchte. Das ist ein wichtiger Schritt.Kann man stolz auf seine Nationalität sein?Nein, weil man dafür ja meistens nichts kann. Aber ich bin auf eines stolz: die Schweiz hat 20,7 Prozent Ausländer und geht mit diesen 20,7 Prozent sehr menschlich um, akzeptiert, dass es gut ist, 21 Prozent Ausländer zu haben, findet, dass es für das Land eine Bereicherung ist, 21 Prozent Ausländer zu haben. Nehmt zur Kenntnis, dass eine Vollbeschäftigung in einem Land möglich ist, in dem 21 Prozent Ausländer leben. Das sage ich dann auch mal im Osten Deutschlands, mit mehr oder weniger Applaus.Seit wann sind Sie Schweizer?Ich bin es relativ spät geworden, was zur Folge hatte, dass ich zweimal volljährig wurde. Einmal mit 18, als ich noch Deutscher war, und dann mit 20 als Schweizer.Die Studentenbewegung hatte damals den Slogan "Alle reden vom Wetter - wir nicht".Aber es hat sich niemand wirklich fürs Wetter interessiert. Damals haben wir, sagen wir mal, Mitte der Woche beschlossen, am Wochenende mit dem Zug nach Luzern zu fahren. Und dann hat es in Luzern tierisch geregnet. Da haben wir eine Postkarte geschrieben, wir sind in Luzern und es ist wunderschön und leider haben wir Pech mit dem Wetter. Das wäre heute total uncool.Warum interessieren sich die Menschen für das Wetter?Weil unendlich viele Leute in Deutschland unendlich viel Freizeit haben und diese Freizeit auch effizient nutzen wollen. Früher hätten wir einfach einen Sonntagsspaziergang gemacht. Und wenn es geregnet hätte, dann hätte es eben geregnet, wir hätten Ölzeug angezogen oder einen Schirm aufgespannt. Heute wird geplant. Machen wir eben am Vormittag unseren Osterspaziergang, weil, am Nachmittag regnet es.Die Spaß-Gesellschaft will eben nicht im Regen stehen.Vor allem von den privaten Sendern, je jünger die Zielgruppe, desto schlimmer, wird so getan, als ob eine große kollektive Staatstrauer ist in diesem Land, wenn es regnet oder wenn die Sonne nicht scheint. Es ist immer nur toll, wenn die Sonne scheint, und dann sind wir alle gut drauf. Und weil das andauernd erzählt wird, glauben es die Leute.In den neunziger Jahren hat sich der Effizienzgedanke immer mehr von der Arbeitswelt in die Freizeit übertragen.Es ist eben die Maximierung des Hedonismus, wenn man beschließt, ich fahr mal kurz an die Adria. Oder auch die berühmte Frage: Kann ich morgen offen fahren; da stehe ich besonders drauf.Wie würde man denn in der Schweiz fragen?Na: Kann ich mit dem Cabrio fahren? Was ich ja angenehmer finde. Der Effizienzgedanke drückt sich heute darin aus, dass niemand am Wochenende irgendetwas plant, ohne sich vorher sozusagen rückversichert zu haben. Den hedonistischen Gewinn, den er aus seiner Freizeittätigkeit erreichen will, lässt er sich nicht durchs Wetter platthauen.Haben Sie eigentlich ein Lieblingswetter?Schneesturm.Warum?Zwei Wochen blauer Himmel ist doch langweilig, das macht mich ganz fusselig. Ich finde das so genannte Wetter sehr spannend. Deshalb verwende ich auch keine Regenschirme. Ich habe das Glück, total wasserdicht auf die Welt gekommen zu sein.Das Gespräch führten Thomas Leinkauf und Peter Riesbeck. Zwei Wochen blauer Himmel ist doch langweilig, das macht mich ganz fusselig.(KORREKTUR - - Im Gespräch mit Jörg Kachelmann im letzten Magazin schrieben wir, dass der Ort Morgenröthe-Rautenkranz in der Lausitz liegt. Eine bedauerliche Verwechslung durch die Redaktion. Morgenröthe-Rautenkranz liegt natürlich im Vogtland. - 03.04.2002)Jörg Kachelmann // DAS WETTER war für ihn von Kindheit an Berufung. Der Schweizer Meteorologe, 43, in Schaffhausen aufgewachsen, brach sein Geografie-Studium kurz vor dem Examen ab, um sich der Vermittlung des Wetters zu widmen.1990 MACHTE SICH KACHELMANN mit seiner "Meteomedia"-Firma selbstständig. Statt von Kaltfronten und Niederschlägen war bei ihm von "Blumenkohlwolken" und "schlürfenden Winden" zu hören. 1992 wurde er durch Vorhersagen im ARD-Morgenmagazin bekannt und mit dem "Wetter im Ersten" zum Publikumsliebling.