So funktioniert politische Ökonomie in Frankreich. Die Regierung hat sich im Übernahmekampf um Alstom für den US-Konzern General Electric (GE) entschieden. Der ursprünglich von der Regierung favorisierte Siemens-Konzern wird vor die Tür gesetzt. Zugleich müssen die Amerikaner Konditionen schlucken, die ihnen gar nicht schmecken: Die Regierung steigt selbst bei Alstom ein und verlangt, dass die von den Amerikanern begehrte Energiesparte in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht wird.

GE muss bei der geplanten Expansion im europäische Kraftwerks- und Stromnetzgeschäft künftig jeden größeren Schritt mit der Regierung absprechen. Zwei Szenarien sind dann denkbar. Entweder Politik und US-Manager ziehen an einem Strang. Das Unternehmen macht sich auf dem Heimatmarkt und in vielen europäischen Staaten richtig breit. Die Regierung hilft tüchtig, um im Geschäft mit Kraftwerken und Stromnetzen große Aufträge an Land zu ziehen.

Für den Rivalen Siemens würden dann ganz harte Zeiten anbrechen. Oder Politik und Manager geraten in einen Dauerclinch. Schließlich gibt es jede Menge Konfliktpotenzial – insbesondere wenn es darum geht, effiziente Strukturen im Konzern zu schaffen. Die GE-Manager sind dafür bekannt, beim Stellenabbau nicht gerade zimperlich zu sein. Die Regierung wird aber um jeden Job kämpfen. Die zweite Variante ist die wahrscheinlichere. Dann würde der Siemens-Konzern, der jetzt wie der Verlierer aussieht, doch noch zum Gewinner.