Alexander Gauland war einmal ein kluger Kopf. Vor Jahren hat sich der (damals noch) intellektuelle Grandseigneur des christdemokratischen Konservatismus gegen eine Parteigründung rechts von seiner alten politischen Heimat entschieden. Er und seine Freunde fürchteten, es mit zu vielen Menschen zu tun zu bekommen, die ein wohlsituierter konservativer Bürger normalerweise meidet – trotz allen Frusts über Angela Merkels modernisierte CDU. Später schien ihm AfD-Gründer Bernd Lucke der rechte Mann zu sein, um die radikalen Ultras in der ersehnten Partei jenseits der Union zu bändigen. Heute hat der Potsdamer Publizist das Problem vergessen. Gauland zählt selbst zu denjenigen, vor denen er einst gewarnt hat. Und Björn Höcke ist ihr Prophet.

„Das Gesicht der politischen Rechten“ hat das Magazin Focus den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden genannt. Wenn das mal keine Verharmlosung ist. Denn der beurlaubte Lehrer für Sport und Geschichte setzt offenkundig alles daran, die Grenzen zwischen rechter und rechtsradikaler Politik verschwimmen zu lassen. Dafür stehen Parolen nach dem Muster „Thüringer! Deutsche! 3000 Jahre Europa. 1000 Jahre Deutschland.“ Darauf angesprochen, sagt er, wer historisches Faktenwissen habe, könne seine Formulierung einordnen. Eben. Die Nationalsozialisten propagierten ein „1000-jähriges Reich“.

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