~,Ei Dorado. Das Gold der Fürstengräber" in Schinkeis Altem Museum wirkt magnetisch: Zehntausende kamen schon. So sehr lockt der Mythos vom sagenhaften Goldland? Oder eher das Wissen über alte Kulturen der Neuen Weit?Viele Besucher zeigen sich belesen: über die berühmten aitindianischen und staatenbildenden Hochkulturen Südamerikas -- die Inkas, Mayas, Azteken. Ober jene kleineren, aber ebenso legendären Kaziken(-Priester)tüfller der Tolima, Muisca, Tairona, der Sinü, Quimbaya, Caiima und Narinö, die auf heutigem kolumbianischen Gebiet siedelten, ist wenig bekannt. Das will die Schau verändern.Bestechende Technik Natürlich kommt mindestens jeder dutte Besucher seinetwegen: Der Schatz der Quimbaya ist das Glanzlicht der Schau. Die Stücke aus dem ersten Jahrtausend nach Chr., in bestechender Technik gegossen und getrieben, sind unbeschreiblich schön. Da wären zuerst die Gefäße, die Poporos, jene flaschenförmigen Kalkbehälter, die mit dem rituellen Kauen von Cocablättern In Verbindung gebracht werden. Sle leuchten rotgolden, es ist Tumbaga, eine Legierung aus Gold und Kupfer.Dann fällt der Blick auf die goldenen und keineswegs weniger faszinierenden Ton-Figuren. Vollkommen sind sie alle, männlich wie weiblich, stehend, sitzend, hockend. Schließlich bestaunen unsere Augen den Schmuck: prächtige Helme mit getriebenen Ornamenten, Ketten aus Hunderten Gliedern, ein jedes in der Form eines zierlichen Insekts -- heiliges Symboi. Ohr- und Nasenschmuck, martialisch schöne Lippenpflöcke, Anhänger und Armreifen erzählen von der Form-Asthetlk jener längst vergangenen Kultur Im mittleren Cauca-Tal und am Westhang der Zentralkordilleren. Dort wurde das Gold reichlich aus den Flüssen gewaschen. Archäologen hatten 1891 in dieser Region den Schatz gefunden. Er wurde nach dem Kazikentum der Qulmbaya benannt.Das Quimbaya-Gold hatte 20 Meter tief in zwei fürstlichen Schachtnischengräbern gelegen, versteckt vor Grabräubern. Hätten solche auch an dieser Stelle Beute gemacht, es gäbe kein einziges Detail des Schatzes mehr zu bewundern. Denn alles, was golden war, wurde von den Fledderern eingeschmolzen. Die kunstvolle Veiurbeitung zählte nicht, nur der Goldwert. Das änderte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts, eben 1891, im Jahr des sensationellen Fundes: Spaniens Krone hatte einen Grenzzwist Kolumbiens mit Venezuela geschlichtet. Die Regierung in Bogota schenkte der spanischen Königin zum Dank den Schatz der Quimbaya.Legal nach SpanienErstmals ging ein Goidfund legal nach Europa. Er wurde durch diesen Akt unversehrtes, vorm Einschmelzen bewahrtes Kunstgut, Star des Madrider Museo de Axnerica, nun freundliche Leihgabe für Berlin und seine wiedervereinten Musentempel. Altes Museum, Schau der Staatlichen Museen zu Berlin und der Münchner Hypo-Stiftung. bis 8. Januar ,95, Di-So 10-20 Uhr verlängert (1). Führungen über Telefon: 8301255, Filme zur Schau jeweils 18 Uhr: 22. 10.: Die Hochzeit des Akkordeonspielers, 23. 10.: Kolumbianische Kurzfilme; 29.10.: G. G Märquez; 30. 10.: Nukakk Maku -- Letzte Nomaden.