Das US-amerikanische Unternehmen Blackstone investiert auf seinem Hotelgrundstück am Alexanderplatz. "Wir beginnen im Oktober damit, den Flachbau am Hotel Park Inn umzubauen", sagt Peter Goslar, der Projektmanager von Blackstone. In dem Gebäude entstehen neue Verkaufsräume: 8000 Quadratmeter sind bereits an das irische Bekleidungshaus Primark vermietet, das in Europa 220 Filialen vor allem in Großbritannien betreibt. Schon im Frühjahr 2012 will Primark - das Konzept soll dem von H&M sowie Zara ähneln - seine erste Berliner Filiale im Schloss-Straßen-Center in Schöneberg einrichten. Die Eröffnung der zweiten Filiale am Alexanderplatz ist laut Goslar für Herbst 2012 geplant.Abriss und NeubauIm östlichen Teil des Hotel-Flachbaus, der jetzt umgebaut wird, gab es bis 2009 eine Saturn-Filiale. Inzwischen sind alle Geschäfte leer, auch die Galeria Kaufhof hat angemietete Flächen geräumt. Wie Goslar sagt, werde im Flachbau eine Trennwand eingezogen, so dass später ein 18 Meter langer Teil des Gebäudes abgerissen werden kann. Damit wäre eine Fläche frei, um neben dem Hotel Park Inn am Standort der Bar Alexoase ein neues Geschäftshaus zu errichten. Dies sei eine Option, die man sich offenhalte, so Goslar. Wann Blackstone das bis zu 30 Meter hohe Geschäftshaus errichtet, ist völlig offen. "Wir prüfen derzeit die Wirtschaftlichkeit eines Neubaus", sagt Goslar. Ebenso werde geprüft, ob zeitgleich ein 150 Meter hoher Turm gebaut wird, wie es nach einem Bebauungsplan des Senats für den Alexanderplatz aus dem Jahr 2000 möglich ist.Dieser Bebauungsplan wird derzeit für das benachbarte Saturn-Grundstück geändert, damit auch dort ein Wolkenkratzer errichtet werden kann. Grund dafür ist der Standort des Hochhauses, das ursprünglich an der Südostseite des Grundstücks vorgesehen war. Der Investor Hines hat zwischenzeitlich das Geschäftshaus für Saturn gebaut und zugleich mit dem Senat die Verlagerung des Hochhausstandortes verabredet. Die veränderte Planung wurde am Montag veröffentlicht. "Es ist der erste Schritt, damit das Sockelgebäude mit einem Hochhaus komplettiert werden kann", sagt Mathias Gille, Sprecher von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Das Verfahren werde mindestens ein Jahr dauern. "Die Änderung des Plans heißt aber nicht, dass gebaut wird." Auch werde es einen Wettbewerb für eine "qualitätsvolle Gestaltung" der Fassade geben, wenn die Nutzung klar ist. Konkrete Planungen hat Hines nicht. Laut Investor gibt es viele Möglichkeiten - ein Hotel könnte in den Turm einziehen und die oberen Etagen für Wohnungen reserviert werden, auch ein Büroturm sei möglich.Fragt man Investoren nach ihren Plänen für Hochhäuser am Alexanderplatz, sprechen sie bislang lediglich von "zahlreichen Optionen" und "Gesprächen mit Interessenten". Dass sie noch keinen Wolkenkratzer errichtet haben, begründen sie mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Bis zu zehn 150 Meter hohe Türme können nach der Planung von Architekt Hans Kollhoff, der damit 1993 einen Senatswettbewerb gewonnen hatte, errichtet werden. Senatorin Junge-Reyer hält an diesem Konzept fest. "Ich sehe, dass sich an anderen Orten Investitionen offensichtlich lohnen", sagt sie. Und meint damit die City West: Dort entsteht ein Hochhaus für das Nobelhotel Waldorf Astoria, zudem ist ein Turm an Stelle des alten Schimmelpfeng-Hauses an der Kantstraße vorgesehen.------------------------------Karte / Grafik: Bebauung am Alexanderplatz.Foto: Unvollendet - am Alex sind Wolkenkratzer geplant, doch niemand baut sie.