Der Polo & Country Club Gut Seeburg ist einmalig. Das liegt nicht daran, daß er der größte in Deutschland ist, sondern an seinem Konzept. Auf 70 Hektar entstand seit der Gründung 1990 ein Familien-Freizeitparadies für gehobene Ansprüche."Wir sind kein geschlossener Klub", erklärte Eigentümer und Präsident Wolfgang Weiß. "Natürlich haben wir Mitglieder, aber bei uns kann jeder gegen entsprechende Bezahlung die Anlagen nutzen." Auf dem Gelände einer ehemaligen Schweinemastanlage entstanden vier Polo-Turnierplätze mit internationalem Standard, eine Polo-Schule, Pferdekoppeln, Reiterhof mit Reithalle, eine Tierpflegestation, ein Sechs-Loch-Golf-Kurzspielplatz, eine Golfschule. Hinzu kommen die Trattoria Terra Verde, eine südländische Grillstation, ein exklusiver Pro-Shop für Polo-, Reit- und Golfartikel und ein Swimmingpool.Neben dem gastgebenden Verein ist hier noch der Polo-Club Berlin-Potsdam e. V. zu Hause - Ausrichter der Deutschen Meisterschaft 1995 und 1996. Außerdem gibt es in der deutschen Hauptstadt noch den Berliner Polo-Club und den Polo-Club Alt-Potsdam.Insgesamt widmen sich knapp zwanzig Spieler in der deutschen Hauptstadt diesem Sport. Wolfgang Weiß begann damit vor sieben Jahren, weil er hier eine neue Herausforderung sah. "Nur reiten wurde mir zu eintönig. Beim Polo vereinen sich die Faszination des Reitsports und der Spielgedanke. Das erfordert von jedem Aktiven enormen körperlichen und geistigen Einsatz, bei dem der Schweiß in Strömen rinnt. Neben reiterlichem Können sind Kampf- und Teamgeist gefragt. Das macht den Reiz für die Spieler aus."Ihn können nur wenige kennen lernen, denn Polo ist ein teurer Sport. Bis zu 40 000 Mark für mindestens zwei Pferde (die meisten Sportler haben mehr), 2 500 bis 3 000 Mark für die Ausrüstung plus die vierstelligen Mitgliedsbeiträge in den Vereinen. Dreistellige Summen müssen für eine Polo-Schnupperstunde bei einem deutschsprechenden argentinischen Pololehrer auf Gut Seeburg bezahlt werden. Im Polo & Country Club gibt es deshalb ein in Deutschland einzigartiges Projekt. "Wir gewannen Sponsoren für die Ausbildung von Nachwuchsspielern", erzählte Wolfgang Weiß. "So können seit Ende Mai rund ein Dutzend Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren in drei Jahre kostenlosen Polounterricht nehmen. Für das Jugendprogramm wurden extra Polo-Ponys aus Argentinien angeschafft, die nur dem Nachwuchs zur Verfügung stehen." Rund 350 000 Mark mußten für diese Förderung aufgebracht werden.Die Zuschauer bei den Deutschen Meisterschaften können die Anfänger erleben, denn sie werden sich im Rahmenprogramm der Wettkämpfe vorstellen. Der kostenlose Besuch der Titelkämpfe ist für jeden Pferdefan ein Erlebnis. Er muß auch nicht unbedingt Champagner trinken.Die Adresse des Klubs "Am Champagnerberg" rührt nicht aus der Gegenwart, sondern stammt aus der Vergangenheit. Da wurde hier Wein angebaut, aus dem für den preußischen Hof in Potsdam das edle Getränk hergestellt wurde. +++