Am Columbiadamm 128 soll neben dem Türkischen Friedhof eine Moschee nach osmanischem Vorbild entstehen. Am Freitag wurde der Grundstein gelegt. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) lässt einen 15 Meter hohen Kuppelbau errichten, der von zwei jeweils 24 Meter hohen Minaretten flankiert wird. Orientalische Fliesen und Inschriften aus dem Koran sollen die Innenräume verzieren. Der Entwurf stammt vom Istanbuler Architekten Hilmi Senalp."Da der gesamte Bau nur aus Geld- und Sachspenden der Gemeindemitglieder finanziert wird, kann die Errichtung der Moschee noch drei Jahre dauern", sagt der Vorsitzende, Ismail Tanriver. Dann sollen in der neuen, 400 Quadratmeter großen "Sehitlik-Moschee" bis zu 1 500 gläubige Muslime beten können. Das Grundstück gehört der Türkei, 1866 hatte Preußen es den Türken zur Verfügung gestellt. Einen Antrag, damit der Muezzin die Gläubigen vom Minarett herab fünfmal am Tag zum Gebet rufen kann, hat Tanriver beim Bezirksamt noch nicht gestellt. Dort sei aber schon klar, dass dies nicht erlaubt werde, sagt der Leiter des Stadtplanungsamtes Wolfgang Borowski. Erster Antrag wurde abgelehntBereits vor zweieinhalb Jahren hatte die Türkisch-Islamische Union einen Bauantrag für eine größere Moschee gestellt. Die Minarette sollten 43 Meter hoch werden. "Damit wären sie elf Meter höher als die der Yavuz-Sultan-Moschee in Mannheim", sagt Borowski. Zudem sollte auf dem Grundstück ein Supermarkt mit einem Teehaus und einem Friseur gebaut werden. Dies lehnte das Bezirksamt ab, da sich auf demselben Gelände der Türkische Friedhof befindet. Bis September vergangenen Jahres stand am Columbiadamm 128 noch die kleine "Sehitlik-Moschee". Da sie den gläubigen Muslimen in Berlin nicht mehr ausreichend Platz bot, ließ sie die Türkisch-Islamische Union abreißen. In Berlin gibt es insgesamt 56 Moscheen, davon stehen 13 unter der Leitung der Türkisch-Islamischen Union. Viele befinden sich aber in gewöhnlichen Wohnhäusern oder in umgebauten Fabriketagen. Von außen sind sie nicht als Moschee zu erkennen.