Ein Strafantrag des TV-Moderators Günther Jauch gegen die Bild-Zeitung ist gestern in einer Verhandlung vor dem Potsdamer Amtsgericht abgewiesen worden: Die Staatsanwaltschaft hatte den Chefreporter der Bild-Zeitung, Guido Brandenburg, aufgrund der Anzeige von Deutschlands beliebtestem TV-Moderator wegen Verleumdung angeklagt. Hintergrund ist eine Recherche, die der Bild-Mann im September 2004 im Grundbuchamt der Stadt Potsdam durchführte. Er wollte Einsicht nehmen, welche Häuser in der Stadt dem TV-Moderator gehörten.Die dafür zuständige Präsidentin des Amtsgerichtes gestattete damals die Einsichtnahme, weil der Journalist ihr erklärt habe, es gebe "Anhaltspunkte für zweifelhafte Vorteilsgewährungen im Zusammenhang mit Grundstücksgeschäften zwischen der Landeshauptstadt Potsdam" und Jauch. So hatte es die Gerichtspräsidentin ein Jahr später dargelegt. Sie habe zugestimmt, weil "kein Klatsch und Tratsch" verbreitet werden sollte, sagte die Gerichtspräsidentin gestern in der Befragung durch ihre Richterkollegin.Heraus kam aber doch Klatsch und Tratsch: Am 12. September 2004 erschien in der Bild am Sonntag ein Bericht mit der Überschrift: "So reich ist Günther Jauch - 16 Häuser in Potsdam, Millionen-Gewinne mit eigener TV-Firma, Top-Gagen als Werbestar". Autor war Guido Brandenburg. Jauch, der in Potsdam seit Jahren Immobilien saniert und den Denkmalschutz mit fördert, war nicht erfreut. Er klagte zunächst gegen die Entscheidung der Amtsgerichtspräsidentin. Schließlich fand Jauch eine Regelung mit der Potsdamer Justiz: Er wird nun vorab informiert, wenn jemand seine Daten beim Grundbuchamt einsehen will. Obwohl das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil vom August 2000 festgestellt hat, dass durch eine solche Praxis "der Rechercheerfolg gefährdet" werden könnte.Nach dieser Einigung ließ Jauch über seinen Anwalt den Bild-Mann wegen Verleumdung anzeigen. In diesem Fall äußerte das Gericht gestern, dass die angeblich verleumderische Behauptung nicht nachgewiesen werden könne. Tatsächlich konnte sich auch die Gerichtspräsidentin nicht an eine solche Aussage erinnern, zudem kam heraus, dass die Passage mit der "Vorteilsgewährung" nicht durch sie, sondern seinerzeit durch ihren Vize in die Erklärung eingeführt worden war.Die Kosten des Verfahrens muss laut Gericht Günther Jauch tragen. Vor Gericht musste er gestern nicht erscheinen. "Sie sind entlassen", teilte die Richterin dem TV-Moderator gestern vom Gerichtssaal aus telefonisch mit.Jauch ist bekannt dafür, dass er sein Privatleben umfassend schützt. Selbst gegen harmlose Berichte über seine Hochzeit im vergangenen Jahr ging er rechtlich vor.------------------------------Foto: Günther Jauch sah sich verleumdet. Nachweisen ließ sich das nicht.