Jede Farbe hat eine Bedeutung. Weiß verkörpert die Reinheit, Grün steht für die Ewigkeit, Rot ist die Farbe des Blutes und die Rose steht für Jesus Christus. In diese Thematik hat sich Georg von Gayl einarbeiten müssen, bevor er für seine Abschlussarbeit einen mittelalterlichen Klostergarten wiederherstellen konnte. "Dabei spielen die Blumen nur eine visuelle Rolle, als I-Tüpfelchen einer Anlage", gesteht von Gayl. Landschaftsarchitekten sind vor allem Planer und Baumeister. Nur sind sie eben nicht für Häuser zuständig, sondern für den Raum dazwischen.Von der Planung zur BauleitungGeorg von Gayl arbeitet als selbstständiger Landschaftsarchitekt in Berlin. Er legt Gärten für Villen an oder entwirft Parkanlagen, wie den Heckenirrgarten am Schweriner Schloss bei der Bundesgartenschau 2009. Er begrünt Schulgrundstücke und gestaltet Dachgärten. Von der Planung des Vorentwurfs bis zur Bauleitung betreut er alles. "Die Arbeit ist sehr vielseitig", sagt der Landschaftsarchitekt, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat. Wie viele seiner Kollegen absolvierte er vor dem Studium eine Ausbildung als Landschaftsgärtner.Eine Lehre in einer Gärtnerei, bei einer Gartenbehörde oder auch in einem Planungsbüro im Naturschutz ist wünschenswert als praktische Vorbereitung für das Studium. "Wir bedauern sehr, dass die Hochschulen und Fachhochschulen so wenig Wert auf Praxis legen", sagt Detlev Tönnies, Bildungsreferent des Bundesverbandes Garten- Landschafts- und Sportplatzbau (Galabau) und nennt den Grund: "Ein Landschaftsarchitekt sollte wissen, was auf der Baustelle los ist."Der Garten- und Landschaftsbauer ist zunächst einmal ein Alleskönner -und hat vor allem einen Knochenjob: Er stellt Zäune auf, pflastert Wege, verlegt Treppenstufen und setzt Kantensteine. Er baut Parkplätze, Spielplätze, Terrassen und legt Sportarenen an. Bereits um 6.30 Uhr in der Früh beginnt im Sommer der Dienst. Wenn die Freunde schon lange im Biergarten sitzen, hat er erst Feierabend. Weil der Garten- und Landschaftsbauer überwiegend draußen arbeitet, gibt es im Winter öfter mal frei, wegen Schlechtwetter. Der Frauenanteil in dem Job ist -kaum verwunderlich -mit weniger als zehn Prozent sehr gering.Der Landschaftsarchitekt muss wie der Landschaftsbauer wissen, wann was wächst oder blüht, auf welchem Boden welche Pflanzen gedeihen, ob sie viel oder wenig Sonne benötigen. "Ich habe am Anfang meiner Ausbildung weniger Zeit mit Pflanzen als mit der Betonmischmaschine verbracht", sagt Georg von Gayl, "das Gute ist, dass man lernt, mit den verschiedensten Materialien zu arbeiten: Wasser, Holz, Metall."Menschen, die keinen akademischen Abschluss anstreben, haben nach Abschluss der Berufsausbildung gute Möglichkeiten der Weiterbildung. Wer nicht nur Platten verlegen, sondern mehr im Grünen arbeiten möchte, kann sich spezialisieren: etwa mit einer Weiterbildung zum Fachagrarwirt, die noch einmal ein halbes Jahr dauert. Anschließend arbeitet man als "Greenkeeper", also Rasenexperte auf dem Golfplatz, in der Baumpflege oder der Baumsanierung. Auch Natur- und Landschaftspfleger ist ein mögliches Wirkungsfeld.An 16 bundesdeutschen Hochschulen schließen Studenten mit dem Bachelor oder Master of Landscape Architecture ab. Das Studium ist beliebt und die Nachfrage enorm. Viele Unis und Fachhochschulen haben daher einen Numerus clausus eingeführt oder veranstalten Eignungstests, in denen sie die Bewerber auf ihre gestalterischen Fähigkeiten prüfen. Arbeitsplätze in der Festanstellung sind leider rar und ein hohes Gehalt darf der Landschaftsarchitekt trotz akademischer Ausbildung nicht erwarten. Er arbeitet 40 bis 65 Stunden die Woche und kann -sofern er als Projektleiter oder Beamter im mittleren Dienst arbeitet -30000 Euro als Einstiegsgehalt verdienen.Vorteilhaft ist auf jeden Fall ein Auslandsaufenthalt: Von Gayl absolvierte seinen Abschluss in England, wo er sich Hecken, Buchsbaumkugeln, Kübelpflanzen und Wasserspielen widmen durfte: Historische Gärten sind ihm die liebsten.Studium der Landschaftsarchitektur in Berlin:www.beuth-hochschule.de, www.tu-berlin.de------------------------------Foto: Das Anlegen von historischen Gärten erfordert Kenntnisse in Geschichte und Pflanzenkunde, wie sie etwa im französischen Versailles eindrucksvoll umgesetzt wurden.