Erst die gute Nachricht: Nachdem dort rund 243 000 bröselnde Betonschwellen ausgetauscht werden mussten, wird die Bahnstrecke Berlin-Hamburg wie angekündigt am 14. Juni wieder eröffnet. Jetzt die weniger gute Nachricht: Nach Informationen der Berliner Zeitung sind auch auf der zweiten Schnellbahntrasse in die Hauptstadt, der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Berlin, Schäden aufgetaucht. Darum müssen dort ebenfalls Bautrupps anrücken, um den Schienenweg zu sanieren - das beschert den Fahrgästen längere Reisezeiten.Am 27. September 1998 war die Schnellbahn nach Westen eröffnet worden. Auf dem Neubauteilstück zwischen Berlin-Staaken und Oebisfelde in Sachsen-Anhalt erreichen die ICE-Züge Richtung Hannover und Frankfurt am Main Tempo 250. Die Strecke ist sicher, betont die Deutsche Bahn (DB). Doch für das Jahr 2011 habe der Betreiber DB Netz Bauarbeiten angemeldet, bestätigte ein Bahnsprecher gestern. Dafür gebe es "Bedarf", hieß es. Details wurden dazu nicht mitgeteilt.Dem Vernehmen nach konzentrieren sich die Schäden auf Betonelemente der "festen Fahrbahn", die auf einem Großteil des Schnellfahrabschnittes eingebaut worden ist. Dort rasen die Züge auf schotterlosen Gleisen dahin - die Schienen sind mit einer Unterlage aus Beton fest verbunden. Dadurch kann die Strecke den Geschwindigkeiten besser standhalten. Auch sind die Wartungskosten niedriger als sonst.Anders als auf einem großen Teil der Strecke Berlin-Hamburg wird die Sanierung unter dem "rollenden Rad" erfolgen, so die Bahn. Auf der Neubautrasse werden also weiterhin Züge fahren. Es sei aber noch nicht entschieden, wie viele es sein werden - und wie sehr sie ihr Tempo drosseln müssen. Dem Vernehmen nach wird diskutiert, die Intercity-Züge Berlin-Amsterdam erst in Hannover einzusetzen. ICE-Fahrgäste müssten rund eine halbe Stunde mehr Fahrzeit einplanen. Wer über Hannover hinaus will, rechnet weitere 30 Minuten hinzu, denn auch dort soll gebaut werden.Bereits im nächsten Jahr beginnen zwei weitere Großprojekte. Auf der Bahnlinie nach Wannsee werden Brücken, die Züge zum Langsamfahren zwingen, saniert - unter anderem am Hüttenweg. Dafür muss die S-Bahn eines ihrer beiden Gleise für andere Züge hergeben.Von Mai 2010 bis Mai 2011 setzt die Bahn aus Mitteln des Konjunkturprogramms die Sanierung der Strecke Berlin-Cottbus fort, sagte Lothar Legler von der DB Projekt Bau. Bis Lübbenau wird die Trasse gesperrt. So lange fahren die Regionalexpresszüge zwischen Berlin und Cottbus über Doberlug-Kirchhain. Außerdem verkehren Busse über die Autobahn nach Lübbenau.