Dass große Säugetiere wie das Mammut und der Riesenhirsch ausgestorben sind, führten Forscher bislang auf die Klimaerwärmung nach dem Ende der Eiszeit vor rund 10 000 Jahren zurück. Damals habe sich die für die Tiere lebensnotwendige Vegetation verändert und Jäger hätten ihnen nachgestellt. Anthony Stuart vom University College London und seine Kollegen haben nun herausgefunden, dass die Erklärung für den Niedergang der Tierarten komplizierter sein muss - denn der Riesenhirsch existierte noch vor 7 700 Jahren, das Wollmammut sogar noch vor 4 000 Jahren. Das schreiben die Forscher im Fachblatt Nature. Das Team ermittelte anhand von Skelettfunden, dass sich die Riesenhirsche während des Höhepunktes der letzten Eiszeit vor etwa 15 000 Jahren nach Zentralasien zurückzogen, aber wieder nach Nord- und Westeuropa vordrangen, als das Eis verschwand. Vor 10 000 Jahren verschlechterte sich das Klima wieder und die Riesenhirsche starben in Europa aus.Am Fuße des Ural überlebten die Hirsche jedoch noch 2 300 Jahre. Eine Vermutung, warum das so war, äußern John Pastor und Ron Moen von der University of Minnesota ebenfalls in Nature. Demnach brauchten die Riesenhirsche auf Wälder, die so licht waren, dass die Tiere sie mit ihrem Geweih durchdringen konnten. Dessen Spannweite betrug bis zu 3,5 Meter - zu breit für dichte Wälder. Dass die Hirschbullen überhaupt ein solches Geweih entwickelt haben, lag an den Hirschkühen. Sie haben stets Partner mit großem Kopfschmuck bevorzugt, schreiben die Forscher.Die Wollmammuts lebten hingegen in kargen Steppen vor den Gletschern, die große Teile Asiens und Europa vor 12 000 Jahren überzogen. Als das Eis verschwand und Wäldern Platz machte, kehrten die Mammuts Europa den Rücken. Nur auf entlegenen Inseln vor Sibirien und Alaska konnten sich die Tiere noch einige Jahrtausende lang halten. Erst jungsteinzeitliche Jäger haben ihnen dort ein Ende bereitet, schreiben die Forscher. (uk., cpo.)Nature, Bd. 431, S. 639 und 684