Der Schiffsverkehr beeinflusst das Klima an den Küsten. Das haben Abhay Devasthale und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg erstmals beobachtet. In den Geophysical Research Letters (GRL) berichten die Forscher, dass über viel befahrenen Schifffahrtstraßen wie dem Ärmelkanal die Wolken höher und dichter sind als sonst über dem Meer. Die Meteorologen erklären dieses Phänomen damit, dass Rußteilchen und andere Schadstoffe aus den Abgasen der Schiffe in der Luft als Kondensationskerne dienen, welche die Bildung kleiner Wolkenwassertröpfchen fördern.Devasthales Team wertete Daten von Wettersatelliten aus. Aus diesen ging hervor, wie dicht die Wolken über dem Ärmelkanal und den Häfen von Rotterdam (Niederlande), Antwerpen (Belgien) und Milford Haven (Wales) waren, und wie hoch sie reichten. Dabei zeigte sich, dass die Wolkenbildung über den Schifffahrtstraßen und den nahen Küsten im untersuchten Zeitraum von 1997 bis 2002 leicht zunahm. Im Hinterland hingegen gab es weniger Wolken.Die Ursache dafür ist nach Ansicht der Forscher die Luftverschmutzung. Während an Land die Belastung der Atmosphäre mit Aerosolen sank, nahm der Schadstoffausstoß der Schifffahrt weiter zu. So hat sich der Brennstoffverbrauch der Schifffahrt in den vergangenen fünfzig Jahren vervierfacht - auf heute mehr als 280 Millionen Tonnen. Dies hat damit zu tun, dass für Tanker, Frachter und Kreuzfahrtschiffe weitaus laxere Umweltvorschriften als für Autos oder Industriebetriebe an Land gelten.Um die Folgen der Schifffahrt auf das regionale und globale Klima genauer erfassen zu können, seien aber noch detailliertere Studien nötig, schreiben die Forscher. (luh.)GRL, Online-Ausgabe