Rom - Der umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) an diesem Montag eine Audienz bei Papst Franziskus bekommen. Er sei nicht bereit, freiwillig das Amt aufzugeben, berichtete die FAS. Der Vatikan bestätigte zunächst die Anfrage nicht, ob der Bischof zu einem Gespräch mit dem Papst geladen sei. Audienzen des Papstes werden vorab vom Heiligen Stuhl nicht mitgeteilt, bekannt sind normalerweise nur Treffen mit hohen Politikern. Ein Sprecher des Bistums Limburg wollte den Termin weder bestätigen noch dementieren.

Tebartz-van Elst wartet seit vergangenem Sonntag in Rom auf einen Termin bei Franziskus. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hatte am Donnerstag mit Franziskus den Fall besprochen. Angaben der FAS, der Papst habe entsetzt darauf reagiert, dass die Baukosten in Limburg auf bis zu 40 Millionen Euro steigen könnten, wies der Sprecher des Bistums Limburg als "reine Spekulation" zurück.

Natürlich sei es bei dem Treffen auch um die Vorwürfe gegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gegangen, erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Doch über genauere Inhalte habe man strengstes Stillschweigen vereinbart. In dem Artikel berichtet die FAS auch, dass Tebartz-van Elst bisher nicht bereit sei, sein Amt freiwillig aufzugeben. Stattdessen setze er darauf, dass genauere Überprüfungen ergeben würden, dass er keinesfalls alleine verantwortlich sei für die gestiegenen Baukosten für das neue Diözesanzentrum und bischöfliche Haus.

Bischofs-Touristen in Limburg

Der Skandal um den Bischof beschert der hessischen Stadt unterdessen derzeit einen starken Zustrom von Besuchern. „Es kommen deutlich mehr Touristen her als sonst üblich im Herbst“, sagte Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU). Viele Menschen würden auf der nahen Autobahn das Schild Limburg sehen und spontan abfahren.

Auch die Zugriffzahlen auf die Internetseite der Stadt hätten sich auf täglich 5000 verdoppelt, berichtete Stanke. Am Sonntag war sie vorübergehend gar nicht mehr zu erreichen. Bischof Tebartz-van Elst wird Verschwendung beim Bau seiner neuen Residenz vorgeworfen. Der Bischof steht wegen der enormen Kosten für den Neubau seiner Bischofsresidenz unter Druck. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen Falschaussage gegen ihn beantragt. Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien. (BLZ/dpa)