Vor dreizehn Jahren trat Klaus Wowereit sein Amt an, dreizehn Jahre, in denen sich sein Ruf verschlissen hat. Ganz im Gegensatz zu der Stadt, die er regiert. Die kommt aus dem Hoch der internationalen Beliebtheit und damit des wirtschaftlichen Erfolgs noch lange nicht heraus. Die Frage ist: Wie viel hat Klaus Wowereit damit zu tun? Wer jetzt schon eine Bilanz seiner Amtszeit ziehen will, muss mehr in den Blick nehmen als das Flughafendebakel, das Glatteis von 2010, als der Senatschef die vielen Knochenbrüche auf nicht geräumten Gehwegen zu verantworten hatte, und die miese Lage der Berliner SPD.

Es wäre eine Untertreibung zu behaupten, seit 2001, seit Klaus Wowereit Eberhard Diepgen ablöste, habe sich Berlin zum Vorteil entwickelt. In Wahrheit hat die Stadt ein Wunder erlebt, einen Wechsel der öffentlichen Laune ins Heitere, den niemand ihr zugetraut hätte. Eine fast südländische Entspanntheit, aber auch große Neugier bestimmt inzwischen den öffentlichen Raum; selbst an so ungemütlichen Orten wie dem Potsdamer Platz bewegt sich inzwischen viele Menschen in so interessanter Mischung, dass man unwillkürlich langsamer geht, um die Stadt ein paar Augenblicke länger zu genießen. Man lebt hier, wo andere Urlaub machen.

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