Bei den Bombenanschlägen des Kaufhauserpressers "Dagobert" hat es keine Garantie gegeben, daß Menschen unverletzt blieben. Zu dieser Auffassung kam Staatsanwalt Thomas Schwarz am Freitag im Prozeß gegen Arno Funke."Das positive Image von Dagobert wackelt", so der Ankläger, nachdem die ersten Zeugen gehört worden waren. Der Leiter der Haustechnik des KaDeWe hatte ausgesagt, daß nachts häufig Handwerker in dem Haus arbeiteten. Auch am 25. Mai 1988, als in der Sportabteilung eine Bombe hochging. Eine Etage tiefer hielten sich Arbeiter auf, von denen jedoch niemand verletzt wurde. Das Kaufhaus zahlte eine halbe Million Mark.Ein Kriminalbeamter gab an, daß nach einer Explosion in der Hamburger Karstadt-Filiale im Juni 1992 in dem Gebäude nach Menschen gesucht worden war. Auch dort werde nachts gelegentlich gearbeitet. Der Angeklagte hatte betont, daß er nie habe Menschen gefährden wollen.Am vierten Verhandlungstag wurden zudem Gutachten verlesen. So zeugten die für die Karstadt-Erpressung gebastelten Geldabwurfgeräte von einem "hohen technischen Niveau". Funke werden sechs Sprengstoffanschläge und schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Das Verfahren wegen Brandstiftung in der Magdeburger Karstadt-Filiale November 1993 ist eingestellt worden, da es bei einer möglichen Verurteilung nicht ins Gewicht fällt. +++