Der Fernsehsender TV Berlin hat am Dienstag den Moderator Christian Rahbari fristlos entlassen. Der Grund ist eine antisemitische Äußerung des 35-jährigen Berliners während seiner Sendung "Rahbari Live Mitternachtshow" in der Nacht zuvor. Folgende Szene zwischen Rahbari und einem Zuschauer führte nach Angaben des Senders zur Kündigung: Der Moderator schüttelte eine kleine Kiste und fragte, was sich wohl in ihr befindet, worauf der Zuschauer "ein toter Jude" sagte. Rahbari erwiderte: "Kann ja gar nicht sein. Da passt ja keine Dusche rein." Für TV-Berlin-Geschäftsführer Georg Gafron eine klare Anspielung auf die Gaskammern in den NS-Konzentrationslagern und eine nicht wieder gut zu machende Entgleisung. Der Moderator habe gegenüber Chefredakteur Thomas Klein bisher nur "unbefriedigende Erklärungen" für den Vorfall abgegeben. "Rahbari sollte sich als Privatperson für die Äußerung bei der Jüdischen Gemeinde entschuldigen", sagte Gafron. Auch wenn die Sendung so angelegt gewesen sei, dass sie stets am Rande des guten Geschmacks war, gebe es Grenzen. Rahbari sagte am Dienstag, der Sender habe überreagiert. Die Äußerung sei ein Fehler und sie tue ihm leid, aber er sei kein Antisemit. "Ich habe antisemitische Anrufer immer verachtet." Es habe sich um eine Kurzschlusshandlung gehandelt, weil in der Nacht bereits fünf Anrufer antisemitische Äußerungen gemacht hätten. Er habe die Unterstützung des Redakteurs vermisst, der ihm über einen Kopfhörer im Ohr bei der Moderation helfen sollte. Die Sendung existierte seit August 1998 und wird laut Gafron ersatzlos gestrichen. (mec.)