Wanderer in den Müggelbergen können sich am Fuß des Müggelturms wieder stärken. Nachdem der Kiosk im Februar abgebrannt war, gibt es dort wieder einen Imbiss. Täglich von 10 bis 18 Uhr steht dort ein umgebauter Laster, der morgens auf den Berg gebracht und abends wieder hinuntergebracht wird. "Mehr als zehnmal in drei Jahren wurde mein Kiosk überfallen, jetzt lasse ich nichts mehr dort", sagt der Betreiber Andras Milak.Auch der Müggelturm, das Köpenicker Wahrzeichen, kann wieder bestiegen werden. Milak kassiert dafür einen Euro Eintritt. "Sonst könnte ich die Pacht von monatlich 500 Euro nicht bezahlen", sagt er. Das Geld überweist er dem Eigentümer des 6 000 Quadratmeter großen Geländes am Müggelturm. Das Areal, das vor knapp drei Jahren für 25 000 Euro an einen Krefelder Unternehmer verkauft wurde, verfällt indessen weiter. Der neue Besitzer wollte zwar das denkmalgeschützte Turm-Restaurant wieder aufbauen, getan hat sich außer einigen Abriss- und Sicherungsarbeiten nichts.Im Bezirk ist man verärgert. "Kontakt zum Eigentümer haben wir seit Monaten nicht mehr, er entzieht sich allen Nachfragen", heißt es im Stadtplanungsamt. Schon mehrmals mussten aus Sicherheitsgründen Wege gesperrt werden, auch die Treppen zum Turm wurden erst nach mehrmaliger amtlicher Aufforderung behelfsmäßig repariert. Gemeinsam mit Denkmalschützern soll beraten werden, wie es weitergehen soll. Stadtplanungsamtschefin Sabine Löbel: "Beide Seiten, das Land Berlin und der Käufer, können bis Ende des Jahres vom Kaufvertrag zurücktreten." Der Eigentümer war trotz mehrmaliger Anfragen nicht erreichbar; er firmiert inzwischen als Geschäftsführer einer Diskothek in Düsseldorf.Anders als am Müggelturm geht es einige hundert Meter weiter nördlich, am Müggelsee, offenbar voran. Dort planen Investoren ein Feriendorf auf dem Areal der abgerissenen Ausflugsgaststätte Rübezahl. Nach den abgespeckten Plänen sind 26 Ferienhäuser und ein Neubau für Sport vorgesehen. Der Baubeginn steht noch nicht fest, demnächst sollen die Planungen ausgelegt werden. Das Restaurant "Müggelsee-Terrassen" heißt übrigens ab sofort "Rübezahl", teilte Betreiber Mike Weiss mit: "Wir wollen im Interesse unserer Gäste an alte Traditionen anknüpfen."------------------------------126 Stufen hinauf1890 stiftete der Köpenicker Wäschereibesitzer Spindler eine 27 Meter hohe, hölzerne Pagode für die Müggelberge. Der Turm brannte 1958 ab, 1961 wurde der jetzige, neue Müggelturm eröffnet. Er ist 29 Meter hoch und aus Beton. Über 126 Stufen gelangt man auf die Aussichtsplattform.1995 ging das 6 000 Quadratmeter große Areal, zu dem auch ein Ausflugslokal gehört, an das Land Berlin. Das seit 2000 geschlossene Lokal verfiel zur Ruine. Europaweite Ausschreibungen blieben erfolglos. Ende 2007 wurde das Gelände inklusive Turm verkauft, doch geschehen ist seither nichts.------------------------------Foto: 1961 wurde der 29 Meter hohe Müggelturm gebaut.