Niemand leugnet das Problem von sogenannter Armutszuwanderung aus Bulgarien und Rumänien. Mittlerweile nicht einmal mehr die EU-Kommission. Und doch ist das jetzt vom Bundeskabinett beschlossene Programm selbstgefällig. Der CDU-Innenminister kriminalisiert mit der Androhung von Einreisesperren eine ganze Bevölkerungsgruppe. Und die Kommunen beendeten ihre Klagen über die Zuwanderung just in dem Moment, als ihnen die SPD-Bundesbauministerin Milliarden für die Sanierung von Wohnungen versprach. Den deutschen Kommunen geht’s um Geld, weniger um das Anpacken eines sozialen Problems. Sonst wären sie mit der Vergabe von Gewerbescheinen an Scheinselbstständige zurückhaltender gewesen. Und sonst hätten sie auch erklären müssen, wie sie die nun zugesagten Milliarden verwenden wollen. Es herrscht die Devise: Geld einsacken und schweigen. Und der Bund schaut zu.

Dass es anders geht, hat der Berliner Bezirk Neukölln bewiesen. Mit kompetenten Sachbearbeitern und klugen Ansätzen. So gründete man dort Zuzüglerklassen und brachte muttersprachliche Lehrer in den Unterricht. Mit Erfolg. Das Programm für Romanes wurde mittlerweile auch auf arabischstämmige Schüler übertragen. Die einen wollen eben nur Kohle, die anderen haben eben auch Ideen. Dass die Zuwanderer unter der Ideenarmut leiden, ist beschämend. Und führt zu weiterer Ausgrenzung.