Eigentlich hat Arte den Themenabend "Geldquelle Wasser" zum heutigen Weltwassertag zusammengestellt. Die Berliner aber hatten bereits am 13. Februar ihren "Wassertag": Über 666 000 stimmten beim Volksentscheid für die Offenlegung der "Geheimverträge" bei der Teilprivatisierung der Wasserbetriebe. Die Initiatoren vom Berliner Wassertisch hatten sich im Vorfeld beim RBB darüber beschwert, dass der Sender ihrem Volksentscheid bei Weitem nicht die Aufmerksamkeit widmete wie den Abstimmungen über den Flughafen Tempelhof oder den Religionsunterricht und dabei auch vorgeschlagen, den Film "Water Makes Money" zu zeigen.Die Ausstrahlung dieses Films hätte dem Volksentscheid mit Sicherheit noch einige Stimmen mehr beschert. Zu erdrückend scheinen die Argumente, die "Water Makes Money" gegen die Privatisierung und den privaten Betrieb des Wassernetzes zusammenträgt. Die Autoren Leslie Franke und Herdolor Lorenz prüfen nicht etwa das Für und Wider von Public Private Partnerships bei Wasserbetrieben, sondern gestalten ihren Film als eine Anklage der weltweit tätigen französischen Wasserkonzerne Suez und Veolia (der auch Teilbesitzer der Berliner Wasserbetriebe ist).Wichtigster Anklagepunkt ist das undurchsichtige Finanzgebaren der Wassermultis. Nicht nur ein Veolia-Aussteiger, sondern mehrere Wirtschaftsprüfer zeigen auf, dass zumindest in vielen französischen Kommunen die Preise stiegen, obwohl am Wartungsaufwand für das Wassernetz gespart wurde. Anhand des Beispiels Braunschweig wird erklärt, dass die Städte nur auf dem Papier einen Millionenerlös mit der Privatisierung der Wasserbetriebe erzielten. Denn Veolia und Co nehmen dafür Kredite auf - die der Wasserkunde mit steigenden Preisen tilgen muss. "Water Makes Money" klagt nicht nur an, sondern zeigt einen Gegentrend: In Frankreich nehmen die meisten Großstädte, sogar Paris, ihre Wasserwerke wieder in die eigenen Hände. Diese Re-Kommunalisierung wird von den Filmemachern als Allheilmittel gefeiert. Jede Szene mit kommunalen Helden wird mit harmonisch plätschernden Klängen unterlegt.Diese fehlende journalistische Distanz könnte auch mit den Auftraggebern des Film zusammen- hängen. "Water Makes Money" wurde nicht nur von TV-Sendern und Filmförderern finanziert, sondern auch von rund 50 Projekten, Netzwerken und Stadtwerken, die insgesamt 120000 Euro zum Etat beisteuerten und den Film seit Monaten in ihren Veranstaltungen einsetzen. Mit dem Slogan "Sehen Sie den Film, solange er noch nicht verboten ist" weist der Berliner Wassertisch auf die Arte-Ausstrahlung und eine Vorführung in Berlin hin. Wer sich jedoch die Diskussion auf der Film-Homepage durchliest, erfährt vom deutschen Veolia-Sprecher Matthias Kolbeck, dass der Konzern zwar tatsächlich in Paris Anzeige erstattet hat, weil er die erhobenen Vorwürfe der Korruption für Verleumdung hält. Gegen die Verbreitung des Films gehe man aber nicht vor.-----------------------Water Makes Money, 20.15 Uhr;Flaschenwahn statt Wasserhahn, 21.30Uhr, Arte------------------------------Foto: Privatisiertes Wasser? Nein, Danke.