0:8-Desaster für Eisbären

Der größte anzunehmende Rückschlag

Die Berliner Eisbären kassieren beim 0:8 in Wolfsburg die höchste Niederlage seit 13 Jahren. Zu allem Überfluss verletzt sich auch noch Verteidiger Jens Baxmann und muss länger pausieren.

Benedikt Paetzholdt
2 Min
Fällt längere Zeit aus: Eisbären-Verteidiger Jens Baxmann.

Fällt längere Zeit aus: Eisbären-Verteidiger Jens Baxmann.

© imago/Lackovic Lizenz

Die große Sprachlosigkeit hatte die Eisbären-Riege am Sonntagabend umfassend befallen. Entweder das Handy wurde gleich auf Mailbox-Modus geschaltet, um keine unbequemen Fragen beantworten zu müssen. Oder es kamen, wie im Fall von Manager Peter John Lee, nur die allernötigsten Floskeln über die Lippen. „Wir haben sehr schlecht gespielt. Das ist der Grund für unsere Niederlage“, sagte er.

Eine Einschätzung, die stark die Dramatik dessen verschleiert, was den Berlinern Stunden zuvor in der niedersächsischen Autostadt Wolfsburg passiert war. Mit 0:8 war die Mannschaft von Jeff Tomlinson da abgewatscht worden. Zuletzt hatte es eine solche Gegentorquote vor 13 Jahren gegeben, 2:9 gegen die Augsburger Panther lautete das Ergebnis damals. Die Eisbären waren da eine noch recht bescheidene Nummer in Eishockey-Deutschland.

Als DEL-Serienchampion besteht heute mehr der Anspruch, nachhaltigen Eindruck auf die Konkurrenz zu hinterlassen. Womit man sich in dieser Saison schwertut − trotz zuletzt drei Siegen in Folge. Durch das Debakel ist die Krise, die vertrieben schien, explosionsartig wiedergekommen. Es ist so etwas wie der größte anzunehmende Rückschlag eingetreten. Noch dazu hat sich Verteidiger Jens Baxmann wohl das Innenband gerissen.

Jetzt stellt sich die Frage, wie der Verein mit dem neuen Tiefschlag umgeht. „Wir werden morgen darüber zu reden haben“, sagt Lee. Ohne genauer auszuführen, wie das genau aussehen soll. Oder ob in irgendeiner Form Konsequenzen folgen könnten. Der Zeitpunkt für die Krisen-Rückkehr könnte auf jeden Fall unpassender kaum sein.

Durch die Länderspielpause kann erst in zwei Wochen eine Reaktion auf dem Eis erfolgen. Wobei heute mehr denn je die Frage erlaubt ist, wie nachhaltig diese sein kann. „Die Arbeit in kleinen Gruppen“, mit der der Trainingsbetrieb nach dieser Schmach fortlaufen soll, reicht als Maßnahme zur Wiedererstarkung wohl kaum aus. Aber gerade in schweren Zeiten müssen Durchhalteparolen als Erklärung oftmals genügen. Insofern überhaupt noch ein bisschen Sprache vorhanden ist.

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