Die Zeit zwischen den Jahren hatte ich dann leicht berauscht verbracht. Ich hatte es mir nicht vorgenommen; die Auszeit hatte sich eher so ergeben. Ich hatte Freunde besucht, die ich lange nicht gesehen hatte, gut gelaunt geschlafen, mit dem Eifer eines Zwölfjährigen das Autorennspiel GT6 gespielt, es mit der Vorgängerversion verglichen, mehrere Bücher zu Ende gelesen, mit H. ganz entsetzt und empört die letzte Staffel von „Breaking Bad“ geguckt und war ganz stolz, dass mir neben David Bowie auch noch Mount Kimbie als schöne Musik von 2013 eingefallen war.
Silvester dann mit Freunden; eine kleine Party in Prenzlauer Berg. Fast alle schon über 40. Wir kennen uns seit vielen Jahren und sind aufeinander eingespielt. Ein Teil saß in der Küche und aß asiatische Suppe, die wohl auch den späteren Kater abmildern sollte; die anderen unterhielten sich im Wohnzimmer. Z. hatte sich einen Bart stehen lassen und sah aus wie ein Popstar an diesem Abend. Dass man mit 50 immer noch wie ein Popstar aussehen kann, ist eine der schönen Erfahrungen, die man im Alter machen kann. Die Gastgeber guckten ein bisschen indigniert, weil sie Vegetarier sind und P. Schinkenröllchen mitgebracht hatte.
Der Weltenbummler, der sich viele Jahre als Zigarrenverkäufer auf dem Oktoberfest finanziert hatte, erzählte von Indien. Manchmal tanzten wir und als es zwölf war, hielten wir Wunderkerzen in die Luft. In der Badewanne lagen Beck's und Jever friedlich nebeneinander. Zwei Etiketten hatten sich abgelöst und schwammen über einer Ausgabe des englischen Hipster-Magazins „Dazed & Confused“, die sehr stilvoll im kalten, klaren Wasser lag.
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