1:4 gegen Borussia Mönchengladbach

Das Wichtigste zu Herthas Heimpleite gegen Gladbach

Schwerer Dämpfer für Hertha BSC. Gegen Borussia Mönchengladbach setzte es am Samstag eine deftige 1:4-Heimniederlage. Der Sieg für die Gäste war verdient, dennoch muss Hertha nicht zu sehr trauern. Das Wichtigste zum Spiel.

Paul Linke
5 Min
Sinnbildlich für das Spiel: Herthas Salomon Kalou geht mit einer Wunde am Kopf und einem Verband in der Spielpause vom Platz.

Sinnbildlich für das Spiel: Herthas Salomon Kalou geht mit einer Wunde am Kopf und einem Verband in der Spielpause vom Platz.

© dpa Lizenz

Die Ausgangslage: Großartig! Großartige Kulisse! Großartiges Wintersommerwetter! Zwei großartige Mannschaften! Ja, tatsächlich zwei. Jetzt mussten der Ligafünfte, Hertha BSC, und der Siebte, Borussia Mönchengladbach, nur noch dem Rahmen angemessen aufspielen. Worauf man sich auf jeden Fall verlassen konnte: Wenn es doch nicht so großartig laufen sollte, würden sie immerhin rennen. Die Berliner hatten zuvor 115,4 Kilometer pro Spiel zurückgelegt, Platz drei in der Liga, die Gladbacher 117,2 Kilometer, Platz zwei.

Das Ergebnis: In Zahlen: Hertha 1, Gladbach 4. In Worten: Die bessere Mannschaft hat verdient gewonnen, die schlechtere muss sich aber beim Blick auf die Tabelle nicht als Verlierer fühlen.

Die erste Halbzeit: Hatte aus Berliner Sicht mehr Kopf als Fuß, vor allem den von Salomon Kalou und am Ende zu viel davon, aber der Reihe nach. Sah erst mal gar nicht so schlecht aus, wie das Team von Pal Dardai die Gladbacher Passmonster zähmte und gelegentlich auch selbst Schrecken verbreitete. Am meisten über die rechte Seite, wo Genki Haraguchi viel lief und am Ende seiner Läufe auch mal eine Flanke einstreute. Zwei Mal fand er Kalou in der Mitte, zwei Mal köpfte der Stürmer aufs Tor, ein Mal richtig platziert und gefährlich.

Mit den Füßen war Gladbach besser. Erst zerschnitt Granit Xhaka die gesamte Berliner Defensive mit einem einzigen Pass auf Fabian Johnson, Oscar Wendt stand dann richtig und erzielte das 0:1 (26.). Wenig später spielte Raffael einen Doppelpass mit dem Gegner und hatte plötzlich den Raum zum 0.2 (28.). Nicht die Effektivität war der Unterscheid im Spiel, sondern die Flexibilität im Spielaufbau, die Fähigkeit, eben messerscharfe Pässe zu spielen. Noch mal zum Kopf von Kalou: Der Stürmer bekam einen Minute vor dem Halbzeitpfiff einen stammen Schuss von Xhaka ab, blieb liegen, wurde lange behandelt, musste ausgewechselt werden.
Die zweite Halbzeit: War gerade zehn Minuten gespielt, als Sebastian Langkamp den flinken Ibrahima Traore am Ärmel, nun ja, zupfte – jedenfalls Elfmeter, Xhaka traf zum 0:3 und das Spiel war vorzeitig entschieden. Wäre es vielleicht doch nicht gewesen, wenn Alexander Baumjohann fünf Minuten später nicht so lange gewartet, nicht so lange nachgedacht hätte, wie und wann er freistehend aufs Tor schießen soll.

Am Ende seiner Gedankenzeit hatte Torwart Yann Sommer den Winkel verkürzt. Und entschieden war das Spiel leider auch dann immer noch, obwohl Baumjohann aus elf Metern zum 1:3 (81.) traf. Damit war die Entscheidung wenigstens nicht ganz so hoch ausgefallen. Wobei, als das Spiel ja längst entschieden und eigentlich vorbei war, traf Havard Nordveidt nich zum 1:4 (90+1) – nur jetzt nur nach Hause, so großartig war das Wetter am Abend nicht mehr.

Der Mann des Tages: Der Zwölfte, also das Publikum. Sang vor dem dritten Tor, sang während des dritten Tors, sang nach dem dritten Tor einfach weiter. Weiß eben richtig einzuschätzen, dass man diese Mannschaft trotzdem feiern darf.

Die Erkenntnis: Es gibt keine brasilianischen Bruderduelle mehr in der Bundesliga, zumindest nicht mehr auf dem Platz – von wegen. Der ältere Bruder, Raffael, Gladbacher, spielte, dribbelte, passte, traf, der jüngere, Ronny, Herthaner, saß, saß, saß nur auf der Bank – immerhin mal auf der Bank. Und dann, tatsächlich, unglaublich, nach einer Stunde kam er doch noch ins Spiel, zum ersten Mal in dieser Saison. Das Bruderduell konnte er aber nicht gewinnen.

Der Bildausfall des Spiels: Eine Viertelstunde vor dem Ende wurde es dunkel in der letzten Reihe auf der Pressetribüne, die Bildschirme waren plötzlich aus, und das ist ein klarer Nachteil gegenüber den Kollegen, die weiter unten sitzen. Erinnerung am mich: Jetzt aber wirklich mal zum Optiker gehen und eine Herthabrille besorgen.

Das Spiel in Zahlen

Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach 1:4 (0:2)

Berlin: Jarstein - Weiser, Langkamp, Lustenberger, Plattenhardt - Darida, Skjelbred - Haraguchi, Cigerci (62. Ronny), Stocker (78. Regäsel) - Kalou (46. Baumjohann). - Trainer: Dardai

Mönchengladbach: Sommer - Nordtveit, Christensen, Dominguez, Wendt - Dahoud (71. Schulz), Xhaka - Traore, Johnson - Stindl (90. Hrgota), Raffael (74. Hazard). - Trainer: Schubert

Schiedsrichter: Peter Sippel (München) Tore: 0:1 Wendt (26.), 0:2 Raffael (28.), 0:3 Xhaka (54., Foulelfmeter), 1:3 Baumjohann (82., Foulelfmeter), 1:4 Nordtveit (90.+1) Zuschauer: 58.566 Beste Spieler: Kalou - Traore, Xhaka Gelbe Karten Langkamp (4), Stocker - Johnson (2)

Erweiterte Statistik (Quelle: deltatre): Torschüsse: 14:11 Ecken: 5:4 Ballbesitz: 44:56 %

(mit SID)

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