Uefa Youth League

1. FC Union Berlin: Die U19 erhält von Bragas Nachwuchs eine Lehrstunde

Bei ihrem zweiten Youth-League-Spiel macht die U19 der Eisernen im Stadion An der Alten Försterei eine unliebsame Erfahrung, verliert 1:4.

Markus Lotter
3 Min
Union-Keeper Yannic Stein rettet vor Bragas Kauan Kelvin, Union-Verteidiger Oluwaseun Ogbemudia muss nicht mehr eingreifen.

Union-Keeper Yannic Stein rettet vor Bragas Kauan Kelvin, Union-Verteidiger Oluwaseun Ogbemudia muss nicht mehr eingreifen.

© Koch/Imago

Eigentlich hätte Marco Grote gar nicht mehr darauf hinweisen müssen, dass das für seine Jungs etwas ganz Besonderes ist. Also im Stadion An der Alten Försterei zu spielen, noch dazu in der Uefa Youth League, die für einen Fußball-Teenager eine wunderbare Gelegenheit ist, sein Talent auf internationaler Bühne zur Schau zu stellen. Der Trainer der U19 des 1. FC Union Berlin hat es dann trotzdem getan und dabei auch noch das Versprechen gegeben, dass sein Team in der Auseinandersetzung mit dem Nachwuchs des Sporting Clube de Braga alles in die Waagschale werfen wird.

Etwas mehr als 2000 Zuschauer in der Alten Försterei

Das war an diesem 3. Oktober, der für den Bundesligisten in vielerlei Hinsicht ein historischer Tag gewesen ist, vor etwas mehr als 2000 Zuschauern auch der Fall. Es gab nur ein Problem: Bragas Elf, gespickt mit Spielern, die mitunter schon in der zweiten Mannschaft oder gar bei den Profis des portugiesischen Traditionsklubs zum Einsatz gekommen sind, war einfach zu gut, als dass sich daraus ein Spiel auf Augenhöhe entwickeln hätte können. Aus technisch-taktischer Sicht, aber auch in Sachen Tempo war da bisweilen sogar ein Klassenunterschied auszumachen, der sich schließlich auch im Ergebnis widerspiegelte. Es lautete: 1:4. Braga liegt in der Gruppe C mit sechs Punkten aus zwei Spielen nur wegen der schlechteren Tordifferenz hinter Real Madrid (4:0 bei der SSC Neapel) auf Platz zwei, Union ist mit null Punkten wegen der besseren Tordifferenz Tabellendritter vor Neapel.

Von der ersten Minute an stand Yannic Stein, der Keeper der Eisernen, im Mittelpunkt. Weil seine Vorderleute zum einen im Aufbauspiel von den Gästen wiederholt zu Fehlern gezwungen wurden, zum anderen sich Bragas Angreifer wiederholt im Eins-gegen-Eins durchsetzen konnten. Auch der überraschende Führungstreffer für die Unioner, den Timon Kramer nach einem weit geschlagenen Freistoß von Leon Prosche in der zehnten Spielminute erzielte, änderte daran nichts. Grotes Schützlinge bekamen einfach keinen Zugriff, waren aufgrund der Klasse ihrer Gegenspieler gar nicht in der Lage, die „Basics“ einzubringen, von denen ihr Übungsleiter in Anlehnung an Proficoach Urs Fischer auch gern mal spricht. 

Eine Million Euro Ablöse für einen Jugendspieler

Schon zur Halbzeit stand es nach Toren von Kauan Kelvin (16.), Roger (37.) und João de Vasconcelos Faria Gonçalves (44.) 1:3. Wobei insbesondere Letztgenannter ganz groß aufspielte und erkennen ließ, warum er seit Jahren regelmäßig in Portugals Jugendnationalmannschaften zum Einsatz kommt.

Der 18-Jährige war es auch, der den Unionern in der 51. Minute mit einem traumhaften Außenristschlenzer die leise Hoffnung auf ein Comeback raubte. Auf Vorarbeit des ebenfalls 18 Jahre alten Kelvin, der im Sommer für eine Ablösesumme in Höhe von einer Million Euro vom brasilianischen Großklub Gremio Porto Alegre nach Braga gewechselt war. Auch daran lässt sich ganz gut ablesen, in welchen Dimensionen in Braga „Nachwuchsförderung“ betrieben wird, während man bei Union noch mit der Fertigstellung des Nachwuchsleistungszentrums beschäftigt ist. 

Applaus von den Fans der Eisernen gab es trotz der hohen Niederlage. Klar, warum sollten sie mit der eigenen Jugend auch anders umgehen als mit den Profis?

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