Fünf Jahre ging es unter Urs Fischer beim 1. FC Union Berlin stetig bergauf. Aufstieg, Klassenerhalt, Conference League, Europa League und als Krönung in dieser Saison die Teilnahme an der Champions League. Die Erfolgsgeschichte, die der Schweizer Trainer mit den Köpenickern geschrieben hat, ist hinlänglich bekannt. Man kann diese Leistung, diese Entwicklung gar nicht genug loben.
„Es waren fünf Jahre auf der Überholspur, aber trotzdem war ich nie so euphorisch, wie viele andere in dieser Situation und bin auch jetzt nicht zu Tode betrübt“, sagte Fischer am Dienstag und blickte damit einerseits zurück, andererseits aber auch auf das Hier und Jetzt. Und auch da spielt die Zahl fünf eine entscheidende Rolle.
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Fünf Niederlagen am Stück haben die Eisernen zuletzt kassiert. Spätestens nach dem 0:1 bei Aufsteiger Heidenheim am Wochenende lässt sich konstatieren, dass es mehr als eine Ergebniskrise ist, in die die Mannschaft hineingeraten ist. Ohne Rani Khedira und Robin Knoche fehlen auf dem Platz die Führungsspieler. Diejenigen, die den besorgniserregenden Trend umkehren. Diejenigen, die die unerfahreneren Kollegen mitreißen.
Am Dienstag (18.45 Uhr) geht es nun in der Königsklasse gegen Sporting Braga. Nach dem 0:1 bei Real Madrid – eine der fünf Niederlagen – steht die Fischer-Elf schon unter Zugzwang, will sie auch zu Beginn des nächsten Jahres noch europäisch vertreten sein. Dazu muss nach sechs Spielen mindestens Tabellenplatz drei in der Gruppe erreicht sein.
Angesprochen auf die bislang nicht in Erscheinung getretenen Führungsspieler, Robin Gosens oder Leonardo Bonucci wurden auf der Spieltags-Pressekonferenz namentlich genannt, wurde Fischer deutlich: „Sie sind nicht nur morgen in der Champions League gefordert, sondern auch in der Bundesliga. Das erwarte ich von ihnen.“
Mit Kevin Volland kehrt ein potenzieller Führungsspieler zurück
Neben Khedira und Knoche stehen auch der Langzeitverletzte András Schäfer sowie die nicht für die Königsklasse gemeldeten Offensivkräfte Mikkel Kaufmann und Benedict Hollerbach nicht zur Verfügung. Dafür kehrt Kevin Volland – noch so ein potenzieller Führungsspieler – in den Kader zurück, nachdem er zuletzt drei Partien in der Bundesliga gesperrt zuschauen musste.
Fast 75.000 Zuschauer werden am Dienstag im Olympiastadion erwartet, 250 davon reisen aus Portugal an. Der Großteil der Spielstätte, in der normalerweise Zweitligist Hertha BSC seine Heimspiele austrägt, wird es also mit Union halten. Dem „zwölften Mann“, wie Fischer sagte, kommt bei den Eisernen ja schon immer eine besondere Bedeutung zu, am Dienstag sollte die Atmosphäre die Berliner erst recht tragen. „Wir sollten uns auf diese Kulisse freuen“, sagte Fischer, der mit seinem Team in den Duellen bei Hertha vor deren Abstieg drei Siege in Folge feiern konnte.
Ob diese Bilanz die Mannschaft möglicherweise beflügeln könnte, wurde Fischer gefragt. Der Schweizer schmunzelte kurz, um dann ganz ehrlich zu antworten: „Die Vergangenheit war bei uns in den letzten Tagen ehrlicherweise kein Thema. Wir haben genug mit der Gegenwart zu tun.“
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