Es war mal wieder ein Transferfenster mit allerlei Arbeit für Oliver Ruhnert. Der Kaderplaner musste im Winter auf die sportliche Situation des 1. FC Union Berlin, die mit dem Vorrundenaus in der Champions League, dem Zweitrunden-Aus im DFB-Pokal und Platz 15 in der 1. Bundesliga doch arg kompliziert gelaufen war. In Kevin Vogt, Yorbe Vertessen und Chris Bedia hat Ruhnert drei Spieler verpflichtet, die dabei helfen sollen, dass die zweite Saisonhälfte möglichst runder läuft, damit der Klassenerhalt möglichst früh sichergestellt ist und er damit Planungssicherheit für die kommende Spielzeit gewinnt. Auf dem umkämpften Spielermarkt zählt nicht nur die Aussicht auf die Champions League, sondern eben auch der Zeitpunkt der Anfrage.
Oliver Ruhnert möchte in gewohnter Manier arbeiten
Die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit des 1. FC Union Berlin jedenfalls möchte Ruhnert in gewohnter Manier angehen. „Die Planung ist, dass ich auch 2024/25 genauso intensiv vorbereite und angehe, was unsere eigenen Verträge und unser Scouting betrifft, wie in all den Jahren vorher“, sagte der 52-Jährige am Mittwoch in einer Medienrunde.
Die Köpenicker stecken trotz des sportlichen Aufwärtstrends der vergangenen Wochen noch mitten im Abstiegskampf und planen für beide Szenarien: den Klassenerhalt und den Abstieg in die 2. Bundesliga. Über seine eigene Zukunft bei den Eisernen sagte Ruhnert: „Es ist so, wie wir es immer gesagt haben: Wir machen eine Saison und sprechen dann weiter. Das war noch nie anders.“
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Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, Ruhnert könne in die Bundespolitik gehen oder die Berliner aus anderen Gründen verlassen. Auch, dass der 52-Jährige nicht bei allen Heimspielen vor Ort war, befeuerte dies. „Ich habe mir Spiele und Spieler angeschaut in der Zeit, wo dann auch hier Spiele waren. Das lässt sich manchmal schlecht beides koordinieren. In meinem Profil heißt es, dass es am Ende auch meine Aufgabe ist, Spieler zu verpflichten“, sagte er.
Den Spaß an seiner Arbeit bei den Eisernen hat der Kaderplaner auch in dieser sportlich schwierigeren Saison keinesfalls verloren. „Wir haben gerade den großen Reiz, dass wir das erleben, was Union Berlin eigentlich darstellt. Nämlich den Kampf um den Klassenerhalt“, sagte Ruhnert. Trotzdem habe die Spielzeit viel Energie gekostet. Sollte Union den Klassenerhalt schaffen, sehe er aber einen Kader mit viel Perspektive.
Nenad Bjelica hat den Glauben in der Mannschaft zurückgebracht
Und einen Trainer, der als Nachfolger von Urs Fischer zuletzt für sportliche Stabilität gesorgt hat. „Er hat den Glauben zurückgebracht. Er hat es geschafft, Leben reinzubringen und Erfolg zurückzubringen“, sagte Ruhnert über Nenad Bjelica: „Das ist vielleicht der größte Impact, den er gebracht hat.“ Den Kroaten erlebe er als „engagierten, emotionalen Trainer“. Auch wenn die Unioner unter Nenad Bjelica den Abstand auf die Abstiegsränge vergrößert haben, „müssen wir gucken, dass wir weitere Mannschaften punktemäßig erreichen. Wir haben ein bisschen den Anschluss geschafft an die Plätze vor uns, das muss unser Ziel sein“, sagte Ruhnert, denn „sowohl Köln als auch Mainz haben das Potenzial, punktemäßig zuzulegen“.
Ruhnert ist überzeugt, dass die Mannschaft den Abstiegskampf angenommen hat. „Man merkt, dass die Mannschaft wirklich als Mannschaft agiert, dass sie sich freut, wenn es funktioniert, dass sie kämpft und unheimlich viel Aufwand betreibt“, sagte Ruhnert: „Wir wissen, dass es fußballerisch manchmal noch ein bisschen hakt. Aber wichtiger sind momentan Punkte.“ Die nächsten kann die Mannschaft am Sonnabend (15.30 Uhr) beim Gastspiel in Hoffenheim holen. Mit einem Auswärtssieg, es wäre der erste unter der Leitung von Nenad Bjelica, könnten sich die Eisernen auch erstmals seit Wochen vom 15. Tabellenplatz nach oben verbessern.
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