Die Schlussphase im Duell zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem SC Freiburg war gerade angebrochen, da hatte Robert Skov Feierabend. In der 78. Minute wechselte Bo Svensson seinen dänischen Landsmann aus und brachte den Österreicher Leopold Querfeld in die Partie. Für Skov war es trotzdem ein besonderer Abend: Erstmals seit seinem Wechsel zu den Eisernen Anfang September stand der linke Flügelspieler in einem Bundesligaspiel in der Startelf.
Hinten solide, vorne mit Luft nach oben
Ein Zeichen, dass Svensson in Zukunft häufiger auf den 28-jährigen Routinier setzen wird, der über die Erfahrung von 114 Erstligaeinsätzen für die TSG Hoffenheim verfügt? Oder wird vielmehr Nachwuchstalent Tom Rothe – gegen Freiburg erstmals in dieser Saison nicht im Kader – nach der Länderspielpause wieder die Rolle auf der Linksverteidigerposition übernehmen?
Zumindest konnte Skov bei seinem Liga-Startelfdebüt ein paar Argumente in eigener Sache sammeln: Anders als beim peinlichen Pokalaus gegen Bielefeld (0:2), als er wie seine Mitspieler seltsam indisponiert wirkte und nach einer knappen Stunde aus dem Spiel genommen wurde, machte er seine Sache gegen die Breisgauer zumindest in der Defensive überwiegend solide. Nur selten kam der SC über zu wirklich gefährlichen Aktionen – als es dann aber doch mal so weit war, hätte es um Haaresbreite im Berliner Tor geklingelt: Bei einem Freiburger Konter ließ Skov seine linke Seite sträflich frei, sodass Patrick Osterhage ungestört auf Junior Adamu im Zentrum flanken konnte.
1. FC Union Berlin: Die Frage nach dem zur Hälfte gefüllten Glas
Union-Keeper Rönnow erklärt Elfer-Parade: „Ich hatte ein gutes Gefühl!“
In der Folge stabilisierte sich das Abwehrspiel des 16-fachen dänischen Nationalspielers aber wieder. Er hatte seinen Anteil daran, dass der FCU zum vierten Mal in dieser Saison ohne Gegentor blieb. Zur Wahrheit gehört aber auch: Nach vorne gelang es Skov zu keiner Phase des Spiels, wirklich gefährliche Impulse zu setzen.
Das unterscheidet ihn von Rothe, der in dieser Spielzeit bereits zwei Treffer erzielte (bei den Siegen gegen die TSG Hoffenheim und Holstein Kiel) und eine Vorlage sammelte. Allerdings: In der Defensive ist Rothe nicht immer auf der Höhe und offenbart bei schnellen Angriffen des Gegners teilweise Schwächen. Gut möglich also, dass Svensson mit der Besetzung der Linksverteidigerposition noch nicht vollends zufrieden ist und auch in den kommenden Wochen weiter rotieren wird. Vielleicht bekommt ja sogar der erfahrene Jérôme Roussillon, der in dieser Saison lediglich beim 0:3 gegen den FC Bayern München auf zehn Pflichtspielminuten kam, nach der Länderspielpause eine neue Chance.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de