1. FC Union

Mit Willen, aber ohne Geschick

Wieder kein Sieg: Der 1. FC Union Berlin steckt nach der vierten Partie ohne „Dreier“ im Mittelfeld der Tabelle fest. Zwar beendeten die Köpenicker nach 360 Minuten ihre torlose Zeit. Doch was die „Eisernen“ zeigten, genügte nicht höheren Ansprüchen.

Max Bosse
3 Min
Union Berlins Adam Nemec im Zweikampf mit Aalens Benjamin Hübner.

Union Berlins Adam Nemec im Zweikampf mit Aalens Benjamin Hübner.

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Die letzte verbliebene Hoffnung war die Kombination aus 172 und 199. Das sind, in Zentimetern ausgedrückt, die Körpergrößen von Christopher Quiring und Christian Stuff. Es sah lustig aus, wie der kürzeste und der längste Fußballer des 1. FC Union Seite an Seite auf ihre Einwechslung warteten. Doch sprach aus diesem Akt weniger Spaß als vielmehr die pure Verzweiflung. Andere Offensivmittel hatte Uwe Neuhaus nicht mehr zur Verfügung und so sollte eine Flanke des Kleinen auf den großen Verteidiger den späten Erfolg erzwingen. Doch auch das in der 78. Minute eingewechselte Duo vermochte den Abend nicht mehr zu retten. Union verlor gegen den VfR Aalen mit 1:3 (0:0) und rutschte in der Tabelle auf Platz sechs ab.

Erstmals seit dem zweiten Spieltag hatte Uwe Neuhaus von Beginn an auf zwei Stürmer gesetzt. Er brachte sowohl Simon Terodde als auch Adam Nemec, dazu kam als dritter neuer Spieler Martin Dausch, der gegen seinen ehemaligen Klub über die linke Seite für Bewegung sorgen sollte. Doch auf dem Feld erwies sich das als Sturm im Wasserglas: Es war viel Wille gepaart mit wenig Geschick. Immer wieder luden die Berliner den Gegner mit Fehlpässen zum Kontern ein. Schon in der 12. Minute musste Daniel Haas gegen Robert Lechleitner klären, eine Minute später gegen Marcel Reichwein.

Erst nach 20 Minuten baute Union ein wenig Druck auf, Nemec und Terodde kamen zur ersten Chance. Mehr war aber nicht drin. „Das ist die Konsequenz der letzten Wochen“, sagte Neuhaus: „Die Unruhe bricht aus, wenn man weiß, dass man Schwierigkeiten hat, Tore zu erschießen.“ So wurden die meisten Möglichkeiten bereits in der Entstehungsphase zunichtegemacht. Sören Brandy beispielsweise wählte bei einem Gegenstoß von drei Anspielmöglichkeiten die vierte – also den Gegner.

Solche Ungenauigkeiten waren die Regel auf dem vom Dauerregen aufgeweichten Rasen, das Spiel des Gegners war nicht besser, wirkte aber stringenter. „Aalen hat den Ball und uns gut laufen lassen“, sagte Dausch nach dem Abpfiff. Die statischen Unioner warteten hingegen im Zentrum vergeblich auf eine Hereingaben. „Die Präzision in den Flanken war nicht vorhanden“, konstatierte Neuhaus. Das wurde auch nach der Einwechslung von Benjamin Köhler nicht besser. Er machte dort weiter, wo Vorgänger Brandy aufgehört hatte – nur mit schwerwiegenderen Folgen. Köhler verlor den Ball, und Enrico Valentini profitierte beim Abschluss davon, dass Roberto Puncec den Ball unhaltbar abfälschte (59.).

Einen kurzen Moment sah es so aus, als sei der Rückstand ein Weckruf gewesen. Torsten Mattuschka glich per Freistoß umgehend aus. Doch auch der sechste Saisontreffer des Kapitäns gab dem Team keine Sicherheit. Valentini legte in der 72. Minute nach und Michael Klauß setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt.

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