Nach dem schweren Erdbeben in der südwestjapanischen Präfektur Kumamoto ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 13 gestiegen. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi sprach von einem Wettlauf gegen die Zeit bei der Suche nach Verschütteten.
Das Beben der Stärke 7,1 hatte die Region auf der Insel Kyushu am Dienstagnachmittag um 16.27 Uhr Ortszeit erschüttert. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde ereignete sich das Beben in rund zehn Kilometern Tiefe, was zu besonders starken Erschütterungen und Nachbeben beitrug, berichtete die Financial Times. In Teilen Kumamotos wurde laut Kyodo News die höchste Stufe 7 auf der japanischen Erdbebenskala erreicht.
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„Wettlauf gegen die Zeit“
Rund 10.000 Menschen suchten Zuflucht in Notunterkünften, berichtete Kyodo News. „Mehr als 20 Stunden nach dem Beben warten immer noch Menschen auf ihre Rettung. Es ist wirklich ein Wettlauf gegen die Zeit“, sagte Takaichi laut der Financial Times am Mittwoch in Tokio.
Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi teilte mit, etwa 4600 Angehörige der Selbstverteidigungsstreitkräfte seien im Einsatz, davon 170 an einem eingestürzten Einkaufszentrum. Zusätzlich wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo News rund 480 Polizeikräfte aus elf Präfekturen entsandt.
Explosion in Einkaufszentrum
In einem Einkaufszentrum der Aeon-Gruppe in Kashima ereignete sich nach dem Beben eine Explosion. Aeon teilte laut Financial Times mit, die Explosion habe sich ereignet, nachdem das Einkaufszentrum nach dem Beben evakuiert worden sei. Nach Angaben von Kyodo News waren rund 200 Menschen in Sicherheit gebracht worden, bevor das zweite Stockwerk des Gebäudes einstürzte. Laut Reuters wurden acht Menschen aus den Trümmern des Einkaufszentrums geborgen, drei von ihnen kamen ums Leben.
In einer Fabrik des Papierherstellers Nippon Paper Industries in Yatsushiro stürzte ein Schornstein ein. Laut Kyodo News wurden dort zwei Menschen nicht ansprechbar aufgefunden, zwei schwer verletzt, sieben weitere galten als vermisst.
Produktion in Autoindustrie und Chipfertigung gestoppt
Kyushu ist laut Reuters ein wichtiger Standort der japanischen Auto- und Halbleiterindustrie. Toyota setzte dem Bericht zufolge die Produktion in drei Werken bis Freitag aus und verwies auf Auswirkungen des Bebens auf Zulieferer und in der Logistik. Honda verlängerte den Stopp in seinem Motorradwerk in Kumamoto ebenfalls bis Freitag. Der Chiphersteller Renesas meldete Schäden an zwei Werken in Kumamoto, unter anderem heruntergefallene Deckenplatten und Wasserschäden.
Der Halbleiterhersteller TSMC evakuierte nach eigenen Angaben zunächst Beschäftigte seines Werks in Kumamoto und nahm den Betrieb nach Sicherheitsprüfungen schrittweise wieder auf. Sony teilte mit, der Betrieb in seinem Werk in Kumamoto, das Bildsensoren fertigt, bleibe ausgesetzt. Nissan erklärte, die Produktion im Werk in der benachbarten Präfektur Fukuoka laufe planmäßig weiter.
Der Betrieb der Kyushu-Shinkansen-Strecke war laut Kyodo News weiterhin unterbrochen. Japan Airlines strich elf Flüge, All Nippon Airways zwei. Die Region war bereits im April 2016 von schweren Beben der Stärken 6,5 und 7,3 erschüttert worden.
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