Polen hat die erste seiner drei neuen Fregatten präsentiert: Am Sonntagabend wurde der Rumpf der „ORP Wicher“ auf der Werft in Gdynia teilweise aus der Bauhalle gezogen und beleuchtet gezeigt. In wenigen Tagen soll das 6000-Tonnen-Schiff nach Angaben des polnischen Senders TVP World erstmals zu Wasser gelassen werden.
Die Fregatte ist die erste des Programms „Miecznik“ (auf Deutsch „Schwertfisch“), in dessen Rahmen drei Fregatten gebaut werden sollen. Laut TVP World handelt es sich um das größte Marineschiffbauprojekt in der Geschichte des Landes. Auch die Schiffe Burza („Sturm“) und Huragan („Hurrikan“) befinden sich dem Bericht zufolge bereits im Bau. Das gesamte Programm soll bis Ende 2031 abgeschlossen sein.
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Inbetriebnahme für 2029 geplant
Der fertiggestellte Schiffsrumpf der „ORP Wicher“ wurde teilweise aus der Schiffbauhalle herausgezogen und beleuchtet, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP laut Onet berichtete. Am Mittwoch soll demnach eine Zeremonie zur Taufe und Namensgebung unter Beteiligung staatlicher Vertreter und der polnischen Marine stattfinden, der Stapellauf sei für Donnerstag geplant.
Nach Angaben von TVP World wird der Rumpf auf eine Barge gesetzt, in die Danziger Bucht geschleppt und dort ins Wasser gelassen. Anschließend bringen Schlepper die noch unfertige Fregatte für weitere Arbeiten zurück zur Werft. 2029 soll das Schiff schließlich in den Dienst der polnischen Marine treten.
Das Miecznik-Programm: drei Fregatten für die polnische Marine
Ziel des Programms ist der Bau von drei modernen Mehrzweckfregatten. Sie sollen laut PAP zur wichtigsten Kampfkraft der polnischen Flotte werden und die veralteten Schiffe der Oliver-Hazard-Perry-Klasse ersetzen.
Die Konstruktion basiert auf dem britischen Entwurf Arrowhead 140. An dem Projekt beteiligt sind laut PAP neben dem eigens dafür unter dem Dach der PGZ gegründeten Konsortium PGZ Miecznik auch ausländische Partner, insbesondere das britische Unternehmen Babcock, dem der Schiffsentwurf gehört.
140 Meter lange Schiffe
Eine Hauptaufgabe der Schiffe ist laut PAP die Luftverteidigung. Ausgestattet werden sie unter anderem mit Abschussvorrichtungen für die britischen Flugabwehrraketen CAMM und CAMM-ER.
Dazu kommen dem Bericht zufolge Geschütze mit einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern sowie Seezielflugkörper, die Ziele in mehr als 200 Kilometern Entfernung bekämpfen können. TVP World nennt darüber hinaus vertikale Startsysteme (Mk 41), Seezielraketen des Typs RBS-15 und Torpedos. Die Fregatten sollen demnach für die Luft-, Seeziel- und U-Boot-Abwehr ausgerüstet sein.
Die Schiffe sind laut PAP rund 140 Meter lang. TVP World beziffert die Verdrängung auf rund 7000 Tonnen im fertigen Zustand und die Besatzung auf 120 Personen mit Platz für rund 60 weitere.
Was das Programm kostet – und woher der Name kommt
Der Vertrag über den Bau der Fregatten wurde laut PAP 2021 zwischen der polnischen Rüstungsagentur und dem Konsortium PGZ Miecznik unterzeichnet. Der Wert lag zunächst bei rund acht Milliarden Złoty, stieg jedoch durch Nachträge Ende 2023 auf rund 15 Milliarden Złoty (rund 3,5 Milliarden Euro).
Der Name „Wicher“ hat einen historischen Bezug. Laut TVP World ehrt er einen Zerstörer, der 1939 zur Verteidigung der Küste zurückblieb, während andere polnische Zerstörer nach Großbritannien fuhren. Er wurde demnach zwei Tage nach Beginn des Zweiten Weltkriegs vor Hel durch deutsche Flugzeuge versenkt.
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