Die nächtlichen Gewitter über der Lausitz sind nach Polen abgezogen, am Nachmittag beginnt über dem Norden Brandenburgs die zweite Runde.
Der Deutsche Wetterdienst erwartet dort örtlich 15 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Windböen bis 60 Kilometer pro Stunde. Zum Wochenende sacken die Höchstwerte um sieben Grad ab.
15 Liter in Minuten: die Gewitter am Nachmittag
Das Land teilt sich heute etwa auf Höhe von Berlin. Südlich davon bleibt es bei schwachem Südwestwind weitgehend trocken, nördlich türmen sich ab dem Vormittag Quellwolken auf, aus denen am Nachmittag und Abend einzelne Zellen entstehen.
Ein Zwischenhoch hält die Lage ansonsten ruhig. Die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 27 Grad.
15 Liter pro Quadratmeter sind für sich genommen keine dramatische Menge. Kommen sie in zehn Minuten herunter, laufen Gullys über und Unterführungen stehen kurzzeitig unter Wasser. Dazu Böen der Stärke 7, die morsche Äste aus den Straßenbäumen holen.
Welches Tempo diese Lage entwickeln kann, hat die vergangene Nacht gezeigt. Zwischen Elbe-Elster-Kreis und Lausitz meldete der Warnlagebericht der Regionalen Wetterberatung Ost Starkregen bis 20 Liter und Sturmböen bis 75 Kilometer pro Stunde.
Wer heute Nachmittag Termine im Freien hat, sollte die amtlichen Warnungen im Blick behalten. Sie werden für jede Gemeinde einzeln ausgegeben. Wo genau eine Zelle durchzieht, lässt sich immer erst wenige Stunden vorher eingrenzen, am Vormittag steht das noch nicht fest.
Freitag ruhig, Samstag nur noch 18 Grad
Der Freitag bringt einen Wechsel aus Sonne und Wolken, die Schauerneigung ist gering. Bei 23 bis 26 Grad und schwachem Westwind bleibt es überwiegend trocken, nachts kühlt es auf 12 bis 14 Grad ab.
In der Nacht zum Samstag zieht dann in den südlichen Landesteilen teils gewittriger Regen auf.
Der Samstag bringt den Bruch. In Berlin klettert das Thermometer kaum über 20 Grad, in der Lausitz bleibt es darunter. Der Sonntag setzt das fort, in den Nächten sinken die Werte auf 10 bis 12 Grad.
Waldbrandgefahr: von Stufe 5 auf Stufe 2
Die stärkste Zahl dieser Woche steht in der Waldbrandstatistik. Am vergangenen Samstag galt in sieben der 14 brandenburgischen Landkreise die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5, in den sieben übrigen die Stufe 4.
Am Mittwoch lag nach dem Gefahrenindex des Wetterdienstes kein einziger Kreis des Landes mehr über Stufe 2, also über geringer Gefahr. Bundesweit meldeten an diesem Tag neun von 400 Kreisen eine hohe Gefahr, sämtlich in Baden-Württemberg. Brandenburg, sonst regelmäßig an der Spitze dieser Liste, tauchte darin nicht mehr auf.
Den Juli hatte die Behörde als erheblich bis extrem zu warm eingestuft, über Teilen Deutschlands mit historischer Dürre. Bis Mitte August waren bundesweit erst 8,7 Liter Regen zusammengekommen, wie diese Zeitung berichtete.
Vier Tage Regen senken den Index. Das Defizit aus dem Dürresommer holen sie nicht auf.
Warum Brandenburg schneller brennt als andere Länder
Das Land gilt bundesweit als Waldbrand-Hotspot, und die Gründe dafür ändern sich nicht mit dem Wetter. Rund 1,1 Millionen Hektar Wald bedecken 37 Prozent der Landesfläche, überwiegend Kiefer. Der Sandboden hält kaum Wasser, die Niederschlagsmengen gehören zu den niedrigsten in Deutschland.
Dazu kommen die munitionsbelasteten Flächen aus Militär- und Kriegszeiten. Feuerwehrleute können dort nicht ohne Weiteres vorrücken, gelöscht wird aus der Distanz oder aus der Luft. Auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Jüterbog brannten in diesem Jahr zuletzt 308 Hektar, es war nicht das erste Feuer dort.
Der Regen der vergangenen Tage hat davon vor allem die oberste Schicht der Kiefernstreu erreicht. Was tiefer liegt, füllt sich über Wochen, nicht über ein verlängertes Wochenende.
Kommt der Sommer noch einmal zurück?
Nach dem kühlen Wochenende drehen die Modelle wieder nach oben. Ab Dienstag steigen die Werte, für Mittwoch und Donnerstag rechnen die aktuellen Berechnungen mit 27 bis 29 Grad in Berlin und der Lausitz.
Damit stünde Ende August eine zweite Hitzephase an, kurz vor dem meteorologischen Herbstbeginn am 1. September. Der Wetterdienst hält die Details für die kommende Woche allerdings für unsicher.
Belastbar ist bislang nur der Samstag: rund 18 Grad. Am selben Wochentag vor einer Woche waren in Brandenburg bis zu 37 Grad vorhergesagt.
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