Serbien

1913 gebaut, 1945 gesunken: Niedrigwasser legt Schiffswrack in der Save frei

Wegen des niedrigen Wasserstands ist in Serbien das Wrack eines historischen Dampfschiffs aus der Save aufgetaucht. Es liegt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf ihrem Grund.

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Ein Bild des Wracks der „Slovenac“

Ein Bild des Wracks der „Slovenac“

© Andrej Isakovic/AFP

In Serbien ist ein historischer Dampfschlepper wegen des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands der Save wieder deutlich sichtbar geworden. Das Wrack des als „Slovenac“ bekannten Schiffs liegt nahe Sremska Mitrovica und ist laut örtlichen Angaben derzeit so weit freigelegt wie seit Jahren nicht mehr, wie AP berichtet.

Nach Angaben des Leiters des Stadtmuseums, Andrija Popović, ist das Wrack bereits früher teilweise aus dem Wasser geragt. „Es ist schon einige Jahre her, dass es zuletzt gesehen wurde, daher ist das Interesse groß. Es ist wirklich etwas, das man nicht jeden Tag sieht“, sagte Popović der Nachrichtenagentur AP.

Die Geschichte des Schiffs

Das Schiff wird nach Angaben des serbischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTS teilweise auch als „Savski Titanik“ – „Titanic der Save“ – bezeichnet. Es sank am Ende des Zweiten Weltkriegs. Gebaut wurde der rund 54 Meter lange Dampfschlepper laut Popović 1913 in Budapest. Ursprünglich trug er den Namen „Vag“ und wurde AP zufolge eingesetzt, um schwere Lasten auf der Donau zwischen Budapest und anderen Orten zu transportieren.

Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte das Schiff im Rahmen von Kriegsreparationen an das neu gegründete Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Dabei erhielt es den Namen „Slovenac“. Während des Zweiten Weltkriegs stand das Schiff unter deutscher Besatzung.

Nach der Befreiung Belgrads im Jahr 1944 nutzten jugoslawische antifaschistische Einheiten das Schiff, um Verwundete und Ausrüstung zu transportieren, erklärte Popović laut AP. Ende April 1945 lief es nach seinen Angaben auf eine deutsche Mine: „Es sank und liegt seitdem an derselben Stelle.“

Niedrigwasser legt weitere Schiffswracks frei

Der niedrige Wasserstand hat in diesem Sommer auch an anderen europäischen Flüssen historische Relikte freigelegt. An der Donau in Serbien sind erneut Teile deutscher Kriegsschiffe sichtbar geworden. Auch in anderen Ländern kamen unter anderem historische Bauwerke und Überreste ausgestorbener Tiere zum Vorschein.

Die anhaltende Hitze und Dürre haben die Pegelstände vieler europäischer Flüsse auf ungewöhnlich niedrige Werte sinken lassen. Nach Angaben des Europäischen Dürreobservatoriums herrschte Ende Juli in etwa der Hälfte der Europäischen Union und Großbritanniens Dürre, berichtet AP. Die Folgen reichen von Problemen für die Schifffahrt und Landwirtschaft bis hin zu Einschränkungen bei der Wasser- und Energieversorgung.

Der serbische Hydrologieexperte Dejan Vladikovic führt die aktuelle Dürre unter anderem auf einen schneearmen Winter und einen sehr trockenen Frühling zurück. „Was uns in Zukunft erwartet ... ist, dass solche Situationen häufiger auftreten werden“, sagte er dem Bericht zufolge. „Wir treten in Zeiten ein, in denen dies leider zur neuen Normalität werden wird.“


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