2. Fußball-Bundesliga

Union Berlin bleibt oben dran

Union Berlin hat im Zweitliga-Aufstiegskampf zum Auftakt des 22. Spieltags erfolgreich vorgelegt. Gegen den FSV Frankfurt gewann das Neuhaus-Team mit 2:0. Am Tabellenende kassieren Bielefeld und Cottbus dagegen bittere Heimniederlagen.

Max Bosse
4 Min

Er hatte seine Spieler ja in die Pflicht genommen. Man müsse die sich bietende Chance endlich nutzen, hatte er mit Blick auf die naheliegenden Aufstiegsplätze gefordert. Seine Spieler taten daraufhin alles, der Forderung Folge zu leisten. Ungeduldig stürzten sie sich in die Partie. Schon in der 2. Minute trieb Fabian Schönheim seine Vorderleute mit einem energischen Vorstoß zur ersten Tormöglichkeit, es folgten eine Handvoll weitere Gelegenheiten, bis die Frankfurter den Ball erstmals geplant in Richtung Berliner Strafraum beförderten.

Den einzigen gegnerischen Angriff nutzte Innenverteidiger Mario Eggimann, um mit seinem verunglückten Befreiungsschlag die Höhe des Stadiondaches auszutesten. Er konnte sich den kleinen Schnitzer leisten, denn seine Mitspieler gaben dem FSV auch in der Folge keine Luft zu atmen. Der Gästetrainer fürchtete daher nach Spielende, dass der Ruf seines Teams aufgrund der gezeigten Leistung leiden könnte. „Wir können besser spielen“, versicherte Benno Möhlmann. „Wir haben an der ersten Halbzeit gar nicht teilgenommen“, fügte er an. Dies war aber eben auch dem starken Pressing der Berliner geschuldet.

Pech und Nieselregen

Nach 25 Minuten hatten es die Frankfurter nur 34 Mal geschafft, den Ball zu einem Mitspieler zu passen. Meist fingen die Unioner die Zuspiele ab, die sich bis zu diesem Zeitpunkt das Spielgerät 160 Mal hin- und hergespielt hatten. Nur im Strafraum ließ die Präzision zu wünschen übrig, wo die Pässe von Simon Terodde abprallten, anstatt von dem Stürmer gezielt in Richtung Tor gelenkt zu werden. Auf dem rutschigen Boden verlor Terodde ein ums andere Mal den Halt. In der 36. Minute kam dann zum Nieselregen noch ein wenig Pech hinzu, als Teroddes Kopfball nach einer Flanke von Marc Pfertzel an den rechten Außenpfosten tropfte.

Die Beharrlichkeit zahlte sich aus, als Terodde wieder einmal fiel. Dieses Mal hatte ihn Björn Schlicke von den Beinen geholt und Torsten Mattuschka verwandelte kurz vor der Pause den fälligen Elfmeter sicher. Nach dem Seitenwechsel begann Union weniger schwungvoll, obwohl die Gastgeber vorgewarnt waren. In der Vorwoche hatte Frankfurt das Spiel gegen Dresden in Unterzahl gedreht. Dieses Wissen habe der Mannschaft geholfen, die Konzentration oben zu halten, sagte Neuhaus. Dennoch häuften sich Unsicherheiten. Erst als Co-Trainer André Hofschneider an der Seitenlinie heftig mit den Armen wedelte, fing sich die Truppe und Schönheim stürzte nach vorne.

Er hatte den Ball am eigenen Strafraum abgefangen und zu Mattuschka weitergeleitet. „Tusche macht das überragend mit seinem dicken Arsch“, lobte der Siegtorschütze. Dabei war es der Hacke des Kapitäns zu verdanken, dass Schönheim den Konter ziemlich unbedrängt abschließen konnte.

Cottbus schon so gut wie abgestiegen

In der Lausitz gehen dagegen langsam die Lichter aus. Fünf Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga steht Energie Cottbus nach dem bitteren 2:3 (0:3) gegen Erzgebirge Aue vor dem Sturz in die Drittklassigkeit. Im Kampf um den Klassenverbleib musste auch der Tabellenvorletzte Arminia Bielefeld mit dem 0:2 (0:0) gegen den FC Ingolstadt eine schmerzhafte Heimniederlage hinnehmen.

Nach einem Doppelpack von Frank Löning und dem achten Saisontor von Jakub Sylvestr führte Aue in Cottbus nach 36 Minuten mit 3:0. Nach der Pause rappelten sich die Gastgeber auf. Stiepermann traf zweimal, aber die gute Moral wurde nicht mehr mit dem Ausgleich belohnt. Einziger Trost für die Lausitzer (14 Punkte) war, dass auch der Tabellenvorletzte Bielefeld (22 Punkte) im Heimspiel gegen Ingolstadt als Verlierer vom Platz ging.

Der robuste Stürmer Philipp Hofmann brachte Ingolstadt kurz nach der Pause in Führung. Karl-Heinz Lappe erhöhte acht Minuten vor dem Abpfiff zum Endstand. Beim Stand von 0:0 hatte der Bielefelder Thomas Hübener Pech mit einem Lattenschuss gehabt. (mit dpa)

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