Er diente auf der Fregatte "Brandenburg", kam gerade vom Somalia-Einsatz und freute sich darauf, seinem Sport nachzugehen. Deshalb verbrachte der Marinesoldat aus Wilhelmshaven einen Teil des Urlaubs bei seinem Freund in Kreuzberg. Gestern verunglückte der Mann schwer, als er mit einem Gleitschirm vom 120 Meter hohen Rohbau des Zoofensters nahe dem Bahnhof Zoo sprang.Der 30-Jährige gehört zur Gruppe der Basejumper. Bei dieser immer beliebteren Extremsportart wird von Gebäuden oder hohen Bergen gesprungen. Viele Sportler stellen danach die Aufnahmen ihrer Sprünge ins Internet.Am frühen Morgen hatte er sich auf die Baustelle des Hochhauses geschlichen, in das einmal das Hotel Waldorf Astoria einziehen soll. Auf dem Dach legte er den Gleitschirm an, setzte seinen Helm auf und schaltete die Helmkamera ein. Um 3.30 Uhr sprang er in Richtung Hardenbergplatz ab. Aus einem noch unbekannten Grund prallte er gegen die Wand des gegenüberliegenden Gebäudes. Aus Höhe des 6. Stockwerks stürzte er ungebremst ab und schlug auf einer Telefonzelle auf. Ein 43-jähriger Wachmann des Baustellenkomplexes rief die Polizei zur Unfallstelle, wo die Beamten auf den Schwerverletzten trafen, um den sich schon dessen 32-jähriger Freund Michael T. aus Kreuzberg kümmerte. Er hatte den Absturz wahrscheinlich mit einer zweiten Kamera gefilmt.Ein Notarzt brachte den Verunglückten ins Bundeswehrkrankenhaus. Nach Angaben der Ärzte ist es ungewiss, ob er überleben wird. Neben mehreren Knochenbrüchen hat er auch schwere innere Verletzungen erlitten. Die Polizei beschlagnahmte den Gleitschirm und das Helmkamerasystem. Sie leitete außerdem ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs ein.Immer wieder verunglücken Basejumper: Am 11. November vergangenen Jahres beispielsweise sprang ein 36-Jähriger vom 88 Meter hohen Sunrise Tower in Zürich und kam ins Trudeln, nachdem er an einem tiefer gelegenen Dach hängengeblieben war. Er erlag seinen Verletzungen.------------------------------Foto: Von diesem Haus stürzte sich der 30-Jährige.
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