Fragen der Freiheit

So blicken die Berliner auf den Mauerfall zurück

Wie steht es um die Unterschiede zwischen West und Ost?

Annika Leister
3 Min
Deutsche am 9. November 1989 am Brandenburger Tor in Berlin. Wir zeigen, wie die Berliner heute auf das Ereignis zurückblicken. 

Deutsche am 9. November 1989 am Brandenburger Tor in Berlin. Wir zeigen, wie die Berliner heute auf das Ereignis zurückblicken. 

© imago/Andreas Gora

Sieben Prozent der Älteren wie der Jungen bewerten die Folgen des Mauerfalls als eher negativ 

Auf letztere Frage sagen 64 Prozent der Befragten, also rund zwei Drittel aller Berliner: Das Positive überwiegt eher. Für neun Prozent überwiegt eher das Negative. 21 Prozent sehen sowohl negative als auch positive Folgen.

Zwischen Berlinern im Ost-Teil der Stadt und Berlinern im West-Teil ergeben sich da so gut wie keine Unterschiede. Altersunterschiede machen sich allerdings bemerkbar: Bei den 30- bis 44-Jährigen überwiegt mit 73 Prozent besonders das Positive, gefolgt von den 45- bis 59-Jährigen mit 63 Prozent.


Am niedrigsten sind die Werte interessanterweise bei den Älteren und den Jungen: Sowohl für die Gruppe der über 60-Jährigen als auch für die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen, die zum Mauerfall noch gar nicht geboren waren, überwiegt nur zu 58 beziehungsweise 59 Prozent das Positive – die niedrigsten Werte. Jeweils sieben Prozent der Älteren wie der Jungen bewerten den Mauerfall und seine Folgen eher negativ. Sowohl Positives als auch Negatives sehen nur neun Prozent der Unter-30-Jährigen, aber 34 Prozent der Über-60-Jährigen.

FDP-Anhänger zu 73 Prozent davon überzeugt, dass Folgen der Teilung in Berlin häufig spürbar sind 

Unterschiede machen sich auch beim Blick auf die von den Befragten bei Wahlen präferierte Partei bemerkbar: 34 Prozent der AfD-Anhänger finden, dass drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall vor allem das Negative überwiegt. Bei allen anderen Parteien ist diese Zahl nur einstellig. Besonders positiv betrachten mit 77 Prozent Anhänger der CDU und mit 76 Prozent Wähler der SPD die Folgen des Mauerfalls. Die Grünen liegen bei 73 Prozent. Mehrheitlich positiv gestimmt sind auch die Anhänger der FDP (58 Prozent) und der Linken (53 Prozent). Die AfD-Anhänger verzeichnen auch hier den niedrigsten Wert: Nur 39 Prozent glauben, dass das Positive nach dem Mauerfall überwiegt.

Mit 63 Prozent glaubt die Mehrheit der Berliner jedoch, dass die Folgen der Teilung in der Hauptstadt in vielen Bereichen noch spürbar sind. Den Menschen über 60 geht es zu 69 Prozent so, den 18- bis 29-Jährigen zu 57 Prozent. Die 30- bis 44-Jährigen und die 45- bis 59-Jährigen liegen mit 59 und 64 Prozent dazwischen.

Am häufigsten sind Anhänger der FDP mit 73 Prozent davon überzeugt, dass die Folgen der Teilung in Berlin noch häufig spürbar sind. An zweiter Stelle folgen mit 71 Prozent die AfD-Wähler, dicht vor den Anhängern der Linken mit 68 Prozent.

Welche Partei kann die Folgen der Teilung beseitigen? 

Ob sich das je ändern wird? Ob die Teilung irgendwann keine Rolle mehr spielt? Mit Blick auf die aktuell im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien sind die Berliner wenig zuversichtlich. Auf die Frage, welcher dieser Parteien sie am ehesten zutrauen, dafür zu sorgen, dass die anhaltenden Folgen der Teilung in der Stadt überwunden werden, sagen 40 Prozent der Berliner, dass sie gar keine Partei für kompetent genug halten.

Bei jenen, die glauben, dass eine Partei es schaffen kann, ergibt sich kein klares Bild: 15 Prozent der Befragten trauen das der Linkspartei zu, 14 Prozent den Grünen, zwölf Prozent der SPD und elf Prozent der CDU. AfD und FDP schneiden mit fünf beziehungsweise drei Prozent am schlechtesten ab.

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