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39 Grad, dann 17: Ab diesem Tag ist der Hitzesommer vorbei

Wetterprognose August 2026: Polarluft beendet die Hitze, Starkregen trifft auf Dürreboden. Was ECMWF und GFS für Deutschland berechnen.

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Gewitterfront über einem Getreidefeld: Ab Mitte August rechnen die Wettermodelle mit einer Umstellung der Großwetterlage. (Symbolbild)

Gewitterfront über einem Getreidefeld: Ab Mitte August rechnen die Wettermodelle mit einer Umstellung der Großwetterlage. (Symbolbild)

© IMAGO/Fotostand / Breu

Bis zu 39 Grad im Westen, vier Tage später 17 Grad an der Küste: Das europäische Wettermodell berechnet für die kommende Woche einen der markantesten Temperaturstürze dieses Sommers.

Ausgelöst wird er von Luft, die derzeit über dem Nordpol liegt.

Wetter in Deutschland: Ein Tief vom Nordpol bringt die Lage in Bewegung

Das Tiefdruckgebiet über dem Pol verlagert sich Richtung Grönland und Kanada. Seine kalte Luft trifft dort auf einen deutlich wärmeren Atlantik.

Aus diesem Kontrast entstehen neue Tiefdruckgebiete, die anschließend nach Europa ziehen. Die Hochdruckbrücke, die den Hochsommer seit Wochen an Ort und Stelle hält, bekommt damit Konkurrenz.

Ab etwa Mitte August sprächen mehrere Signale für eine Umstellung Richtung Frühherbst, sagte der Diplom-Meteorologe Dominik Jung dem Portal t-online. Zum Wochenende komme erst noch einmal Hitze: „Interessant wird die Zeit danach.“

Temperatursturz ab 16. August: Die Rechnung des europäischen Modells

Nach den Karten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage bekommt Deutschland die Umstellung ab dem 16. August zu spüren.

Für den 18. August stehen dort Höchstwerte zwischen 17 Grad im äußersten Norden und 25 Grad im tiefsten Süden. Für die Jahreszeit bleibt das mild, die Hitze wäre vorerst erledigt.

Spürbar wird der Wechsel vor allem nachts. Tropennächte über 20 Grad, wie sie diesen Sommer schon mehrfach den Schlaf gekostet haben, verschwinden aus den Prognosen.

Sonntag: 32 Grad oder 21 Grad?

Wann genau der Bruch kommt, ist die offene Frage. Das europäische Modell hatte für den Sonntag bundesweit noch 27 bis 32 Grad in den Karten.

Die Regionalprognose des Deutschen Wetterdienstes zeigt für Berlin am selben Tag gut 21 Grad nach 35 Grad am Samstag. Im Nordosten setzt die Abkühlung damit früher ein als im Bundesmittel.

100 Liter auf trockenem Boden: Der Regen kommt zur falschen Zeit

Mit der Umstellung könnte auch Niederschlag kommen. Für den Zeitraum zwischen dem 17. und 20. August lassen die Modellrechnungen mehrere Szenarien zu.

In einer Variante fallen vor allem im Süden binnen weniger Stunden mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Örtlich drohen dann Sturzfluten, weil ausgetrocknete Böden Wasser zunächst kaum aufnehmen.

Genau das ist das Problem für die Landwirtschaft. Kurze, heftige Schauer laufen an der verkrusteten Oberfläche ab, statt in die Wurzelzone zu sickern.

Der Rückstand ist beträchtlich: Bis zum 10. August kamen bundesweit 9,3 Liter pro Quadratmeter zusammen, zwölf Prozent des Solls. Für die großen Flüsse ändert ein Regentag ohnehin wenig.

US-Modell GFS: Hitze in Wellen bis zum 23. August

Das amerikanische Modell hält länger an der warmen Luft fest. Bis zum 20. August rechnet es mit 28 bis 34 Grad, phasenweise bis zu 39.

Danach drücken frischere Luftmassen vom Atlantik die Werte nach unten. Um den 23. August folgt in dieser Rechnung noch einmal ein kurzer Anstieg auf 28 bis 34 Grad, bevor es auf 20 bis 25 Grad zurückgeht. Bei Regen stehen örtlich 14 Grad in den Karten.

Beide Modelle sehen dieselbe Störung auf dem Atlantik. Sie streiten über den Zeitpunkt, nicht über die Richtung.

Waldbrandgefahr Brandenburg: Warum ein Gewitter nichts löst

In Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße gilt die Waldbrandgefahrenstufe 4 von 5, im Rest des Landes überwiegend Stufe 3.

Kiefernwälder auf Sandboden speichern kaum Feuchtigkeit. Ein einzelner Schauer erreicht den Waldboden unter der Streuauflage oft gar nicht, während der Blitz eines Wärmegewitters sofort zündet.

Auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Jüterbog brannten zuletzt 308 Hektar.

Kommt die Hitze zurück? Die Prognose für Ende August

Das europäische Modell lässt eine Tür offen. In einer seiner Varianten baut sich in der letzten Augustdekade erneut ein Hoch über Mitteleuropa auf, mit 27 bis 32 Grad zwischen dem 22. und 24. August und örtlich bis zu 35 Grad.

Der Zehn-Tage-Trend des DWD sieht schon für den 17. bis 19. August wieder zunehmenden Hochdruckeinfluss.

Im Grundton sind sich die Modelle nach Jungs Einschätzung einig: zu warm, zwei bis drei Grad über dem langjährigen Mittel. Ein Wetterwechsel löse die Dürre nicht auf, er lindere sie bestenfalls an der Oberfläche.

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