Am Donnerstagabend kamen führende Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft vor dem Bundeskanzleramt zusammen, um das 40-jährige Bestehen der Baukammer Berlin zu feiern. Gegründet wurde die Institution 1985 in West-Berlin als Reaktion auf wachsende Herausforderungen im westdeutschen Bauwesen.
Mit der Entwicklung neuer Baustoffe und Bauverfahren wurde das Bauen zunehmend komplexer. Gleichzeitig häuften sich Planungsfehler und Bauschäden, denn dem Ingenieurwesen fehlten verbindliche Qualitätsstandards. Der Berufstitel „Ingenieur“ war – und ist bis heute – nicht gesetzlich geschützt. Die Gründung der Baukammer als Körperschaft des öffentlichen Rechts sollte diesen Entwicklungen entgegenwirken und das Berufsbild des Ingenieurs stärken.
An die Anfänge der Baukammer und die aktuellen Herausforderungen erinnerten unter anderem Kammerpräsident Ralf Ruhnau, Heinrich Bökamp (Präsident der Bundesingenieurkammer), Alexander Slotty (Staatssekretär für Bauen), Lutz Adam (langjähriger Leiter der Tiefbauabteilung der Senatsverwaltung) sowie der Unternehmer und Verleger Holger Friedrich. Geladen waren auch Verkehrssenatorin Ute Bonde und Bürgermeister Kai Wegner, doch sie sagten die Teilnahme an der Veranstaltung kurzfristig ab.
Ingenieurswesen
40 Jahre Baukammer Berlin: Deutsche Ingenieurskunst im Wandel der Zeit. Und die Zukunft?
Nach der Wende wuchsen zwei Ingenieurwelten zusammen. Doch wie gelingt der nötige Wandel heute? Darüber sprach der Verleger Holger Friedrich in seiner Keynote.
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„1985 war Berlin eine geteilte Stadt – zwei Systeme, zwei Welten“: Kammerpräsident Ralf Ruhnau bei seiner Rede zum Jubiläum der Baukammer.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung