Bei einem der bislang größten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadtregion sind nach russischen Angaben in der Nacht zum Montag mehrere Menschen verletzt und zivile Infrastruktur beschädigt worden. Nach Darstellung des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin flogen zwischen 20.30 Uhr am Sonntagabend und 5 Uhr am Morgen mehr als 400 unbemannte Fluggeräte in Richtung der Region Moskau.
Die meisten Drohnen seien von der Luftverteidigung im Vorfeld ausgeschaltet worden, teilte Sobjanin auf seinem Kanal im Messengerdienst Max mit. 85 Drohnen seien beim Anflug auf die Hauptstadt zerstört worden. Zuvor hatte die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf offizielle Angaben von 79 abgefangenen Drohnen berichtet.
Verletzte und Brände in mehreren Orten
Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, erklärte in den sozialen Medien, die stärksten Auswirkungen seien in den Städten Podolsk und Domodedowo sowie im Stadtbezirk Odinzowo verzeichnet worden. In Domodedowo sei eine Person bei einem Brand in einem Privathaus verletzt worden, ein weiterer Mensch auf der Autobahn M-4, nachdem eine Drohne in der Nähe eines Fahrzeugs abgestürzt sei. Beide erhielten medizinische Versorgung.
Nach Angaben des russischen Portals Astra wurden bei einem Drohneneinschlag in ein Wohnhaus in Domodedowo sechs Menschen mit Explosionsverletzungen ins Krankenhaus gebracht, darunter drei ausländische Staatsbürger. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Logistikzentren und Öldepot betroffen
Nach Berichten russischer Telegram-Kanäle und des ukrainischen Portals Kyiv Independent wurden erneut mehrere Logistikzentren getroffen, darunter eine große Anlage des Online-Händlers Wildberries im Ort Koledino nahe Podolsk sowie der Logistikpark Juschnyje Worota bei Domodedowo. Auch ein Öldepot im Bezirk Lwowski in Podolsk sei getroffen worden.
Wildberries teilte laut dem prorussischen Telegram-Kanal Dva Majora mit, das Lager sei nicht beschädigt, das Personal aber vorsorglich evakuiert worden. Der Leiter des Stadtbezirks Podolsk, Grigori Artamonow, sprach von Schäden an einem Heizhaus, mehreren Wohnhäusern und Fahrzeugen. Es gebe keine Hinweise auf Todesopfer.
Es gab bereits zwei Tage zuvor einen separaten Angriff auf zwei andere Wildberries-Lager – in Elektrostal (östlich von Moskau) und in der Region Tambow.
Ukraine bestätigte Angriffe bislang nicht
Die ukrainische Regierung äußerte sich zunächst nicht offiziell zu dem Angriff. Auch das ukrainische Militär hielt sich am Morgen bedeckt.
Kiew hat seine Drohnenangriffe auf militärische, industrielle und energiewirtschaftliche Ziele in Russland nach Angaben des Kyiv Independent in den vergangenen Monaten ausgeweitet. Bereits in den vergangenen Tagen wurde eine Ölraffinerie im Raum Moskau bei Angriffen beschädigt.
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