Dieser Satz war offenbar zu viel für ihn. Als seine Geliebte ihn fragte, ob er sich denn als Mann fühle "mit so einem kleinen Ding", stach Mevlüt E. zu. Mehrmals. Die Messerstiche töteten seine Freundin Angela C., sie verblutete. Seit gestern steht der aus der Türkei stammende 42-Jährige wegen Mordes vor Gericht. "Der Angeklagte handelte aus verletzter Eitelkeit", heißt es in der Anklageschrift.Mevlüt E. war im brandenburgischen Rathenow verheiratet. "Ich war verliebt in meine Frau, andererseits aber auch verknallt in Angela", sagt er. Der gelernte Kraftfahrer, Vater von sieben Kindern aus erster Ehe in der Türkei und einem Kind aus zweiter Ehe in Deutschland, hatte die elf Jahre jüngere Frau 1998 in einem Tanzlokal kennen gelernt. Noch in der gleichen Nacht waren sie in ein Hotel gegangen. Wegen Angela C. zog Mevlüt E. von Brandenburg nach Berlin. Regelmäßig traf er seine Geliebte. "Immer geplagt von Gewissensbissen" wegen seiner Frau, wie er sagt. "Aber Angela gefiel mir und reizte mich." Am Morgen des 21. Juli 2000 endete die Affäre im Treppenhaus eines Neuköllner Mietshauses. Die Staatsanwältin sagt, Mevlüt E. habe Angela "ein speziell zu diesem Zweck mitgeführtes Messer" in Brust und Hals gestoßen. Einen Tag vor der Tat besuchte er sie, aber sie ließ ihn nicht in ihre Wohnung. Mevlüt E., der sich zu dieser Zeit häufig mit seiner Freundin stritt, vermutete als Grund einen anderen Mann. Am nächsten Morgen ging er wieder zu ihr. Um zu reden, wie er sagt. Aber dann zückte er das Messer. Der Prozess wird fortgesetzt. (sd.)
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