41.283 Läufer hatten sich für den Rundkurs durch die Stadt angemeldet. An den Start waren tatsächlich 37.077 gegangen. Ein Schwund von 10 bis 20 Prozent gilt bei Marathon-Läufen als üblich. Da man sich ein Jahr vorher anmelden musste, kann es immer einmal sein, dass man dann am Termin verhindert ist.
Vom Charlottenburger Tor an der Straße des 17. Juni aus ging es auf 42,195 Kilometern mitten durch die Stadt zurück zur Straße des 17. Juni kurz hinter dem Brandenburger Tor – allerlei Verkehrssperrungen, Einschränkungen und genervte Autofahrer entlang der Strecke inklusive.
Die schönsten Bilder des 43. Berlin-Marathons
Die Straße des 17. Juni verwandelte sich zum Marathon in eine Menschentraube.
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Um 9.15 Uhr fiel der Startschuss beim Berlin-Marathon.
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Haben gut Lachen: Die Zuschauer an der Strecke des Berlin-Marathons haben vor allem eines - Spaß.
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Laufen kann jeder - fast egal in welchem Aufzug.
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Kenenisa Bekele, Sieger des 43. Berlin-Marathon, beim Zieleinlauf
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Katharina Heinig lief als erste Deutsche ins Ziel.
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Die beiden Gewinner des 43. Berlin-Marathon: Kenenisa Bekele (r.) und Aberu Kebede.
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Ob's hilft? Ein Versuch ist es zumindest wert.
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Berliner sind Marathon-Profis
Als erstes rollten wie immer früh am Morgen die Handbiker und die Rollstuhlfahrer (diesmal waren es 187 Handbiker und 37 Rollstuhlfahrer) über die Startlinie. Als sie durch die Straßenschluchten der großen Stadt fegten, standen noch recht wenige Zuschauer an der Strecke. Doch das sollte sich rasch ändern. Schließlich sind die Berliner längst Marathon-Profis. Sie wissen, wann es richtig los geht.
So ein Marathon ist bekanntlich mehrere Läufe in einem – und darauf haben sich die Zuschauer eingestellt. Bald nach den Handbiker und Rollstuhlfahrer huschen vorne die ganz schnellen und ganz dünnen Jungs über die Strecke.
Wie immer hatten sie sich auch diesmal rasch vom großen Rest abgesetzt. Doch Vorsicht: Manch ein Zuschauer am Wegesrand ist gerade anderweitig beschäftigt (Brötchen holen, Fahrrad anschließen, Zigarette anzünden), da ist die Spitzengruppe auch schon vorbei. Am Ende wird man sagen: Ach? Einer aus Äthiopien hat gewonnen? Knapp über Weltrekord? Okay!
Ein Tänzchen wagten diese Teilnehmerinnen des Mini-Marathons.
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Und dann ist da der Rest des Feldes, ein schier unendlicher Lindwurm aus nassgeschwitzter bunter Funktionskleidung: Freizeitläufer und Profis, Frauen und Männer, Dicke (okay, so viele sind’s nicht!) und Dünne, Guttrainierte und Ausgemergelte, Alte und Junge, Frische und Schlappe, Langsame und Schnelle. Das ist der Volkslauf, der eigentliche Marathon – und da wird jede Frau und jeder Mann am Straßenrand gebraucht.
„Diesmal aber wirklich“
Der Marathon bedeutet für die Zuschauer, dass sie nie Pause haben. Stundenlang. Permanent müssen sie anfeuern, klatschen, in Trillerpfeifen blasen, Ausschau halten nach den Lieben, die sich vorgenommen haben, unter vier Stunden zu bleiben – „diesmal aber wirklich“.
Als Berliner Marathonzuschauer hat man schließlich einen Ruf zu verlieren, nicht umsonst gilt der Lauf immer noch als etwas ganz Besonderes. Damit hinterher wieder möglichst viele von einer großartigen Atmosphäre und dem tollen Publikum schwärmen, muss jeder etwas dafür tun.
Zum Glück hat Ottonormalzuschauer beim Dauerbejubeln Unterstützung von Profis. Damit sind nicht nur die vielen Helfer gemeint, die Getränke an die Läufer verteilen oder auf Massagestationen müde Muskeln auflockern.
Ganz wichtig sind die Musiker. Mehr als 90 Bands standen entlang der Strecke, gut verteilt. Theoretisch jedenfalls. Manchmal machten die Musiker sich auch Konkurrenz. Wie an der Kaisereiche in Friedenau zum Beispiel, etwa bei Kilometer 26.
Da haute eine der allgegenwärtigen Percussiongruppen hingebungsvoll auf ihren Trommeln herum. Und nur wenn sie einmal Pause machte, kam eine Rockband zum Zuge, die sich gegenüber vor einem Friseurladen aufgebaut hatte. Am Ende hatten die Percussionisten sicher mehr vom Lauf, mancher Rockmusiker dafür morgens um 10 schon das zweite Bier intus.
Viele Sieger, ein paar Verlierer
Nun ist so ein Marathonlauf nicht einfach nur ein Wettbewerb, den einer gewinnt. Tatsächlich gab es wieder zigtausende kleine Siege, jeder Finisher hat seinen inneren Schweinhund niedergerungen. Noch dazu, wenn man möglicherweise eine selbstgesetzte Zeit erreicht oder unterboten hatte.
Am Karlsbad wurde der Eiserne Gustav passiert, Patron der Taxifahrer.
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Immerhin 36.054 Läufer erreichten das Ziel am Brandenburger Tor. Wie viele davon darüber hinaus gesteckte Ziele erreichten, bleibt naturgemäß offen.
Doch, wo es Sieger gibt, wird es auch Verlierer geben. So war rbb-Inforadio wieder mit einem Staffellauf von 42 Hörern (jeder lief 1.000 Meter) auf die Jagd gegangen. Das Ziel: gemeinsam den Marathon-Weltrekord unterbieten. Das ging wie im Vorjahr daneben. Immerhin lag die 42er-Staffel aus Berlin und Brandenburg mit einer Zeit von 2:07,08 unter dem deutschen Marathon-Rekord.
Ebenfalls gescheitert ist ein US-Ehepaar, das ins Guinness Buch der Weltrekorde laufen wollte. Die addierte Zeit von 5 Stunden, 27 Minuten und 8 Sekunden eines japanischen Paars sollte geknackt werden. Dafür waren Elizabeth und Jeff Bailey aus dem Bundesstaat Illinois bereits am Mittwoch nach Berlin gereist und hatten sich vorbereitet. Am Ende reichte es mit 5:28,37 knapp nicht für den Eintrag ins Buch.
Dennoch sprach Jeff Bailey hinterher von einem „great day“. Schließlich waren beide persönliche Bestzeiten gelaufen. Bailey schwärmte von tollen Bedingungen und – natürlich – „the great crowd“, einem tollen Publikum also, das ihnen positive Energie gegeben habe und sie beide so weit getragen habe.
Auch die Organisatoren von SCC Events sprachen von einem überaus gelungenen Sonntag. „Das war eine rundum perfekte Geschichte. Wir sind sehr zufrieden. Das Rennen war spannend, das Wetter perfekt, das Publikum gewohnt begeisterungsfähig“, sagte Sprecher Thomas Steffens.
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