Die Filmuniversität Babelsberg ist für mich ein Stück Heimat. Kaum sonst wo habe ich über die Jahre so interessante Anregungen erlebt, aber auch Anpassung, Enge, Feigheit. Ein Musterbeispiel für ambivalente Erfahrungswelt, die mir zu einer Art Lebensgrundsatz geworden ist.
1954, fünf Jahre nach Gründung der DDR, wurde die heutige Uni als Deutsche Hochschule für Filmkunst ins Leben gerufen. Der prozentuale Anteil von Arbeiterkindern unter den Studentinnen und Studenten war relativ hoch, auch die Identifikation mit dem neuen Staat, wie Zeitgenossen zu berichten wissen, und das trotz politischer Einschränkungen und Gängelungen sowie der verlockenden Möglichkeit, bei offener Grenze in den Westen „abzuhauen“.
Essay
70 Jahre Filmuniversität Babelsberg: „Geht es überhaupt noch um Kunst?“
Politische Korrektheit und selbstverordnete Tabus: Torsten Schulz ist Professor für Dramaturgie und kritisiert, wie woke Maßregelungen die Lehre beeinflussen.
Torsten Schulz
8 Min
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Blick in ein Synchronisationsstudio der Filmuniversität Babelsberg
© Nestor Bachmann/dpa